Volvo-Ocean-Race "Illbruck" in der Flaute
Miami - Die "Illbruck" musste der schwedischen "Assa Abloy" den Vortritt lassen, obwohl sie zwischenzeitlich auf der 4450 Seemeilen langen Etappe von Rio de Janeiro nach Miami schon über 30 Seemeilen Vorsprung hatte. Am Mittwochmorgen um 7.51 Uhr (MEZ), gut eine Stunde nach der Siegerin, kreuzte die "Illbruck" mit Skipper John Kostecki die Ziellinie im Hafen von Miami. Dritte wurde "Tyco" (Bermudas).
Obwohl die grün-weiße Yacht aus Leverkusen den scheinbar sicheren Sieg verpasste, hat die internationale Crew mit dem Münchner Vorschiffsmann Tony Kolb Grund zur Freude: Sie baute die Führung in der Gesamtwertung aus. Die "Illbruck" hat nach nun drei Etappensiegen, einem zweiten und einem vierten Platz 36 Punkte. Schärfste Verfolgerin ist jetzt die "Assa Abloy", die nach ihrem zweiten Etappensieg mit 28 Punkten auf Platz zwei vorrückte. Auch die drittplatzierte "Tyco" (24) verbesserte sich im Klassement hinter der diesmal enttäuschenden "Amer Sports One" (Finnland/Italien) auf Platz vier. Der Vorsprung der "Illbruck" für die verbleibenden vier Etappen beim Meeresmarathon rund um die Welt ist zwar beruhigend, dennoch ist der Gesamtsieg noch längst nicht sicher.
Die Entscheidung auf der fünften Etappe fiel im Golfstrom. Da absolute Flaute herrschte, drohten die Yachten von der starken Strömung an Miami vorbei nach Norden abgetrieben zu werden. Nur mit Mühe gelang es den Crews, den Zielhafen zu erreichen. Die elf Männer um Skipper Neal McDonald (Großbritannien) kamen mit der "Assa Abloy" am besten durch das schwer zu segelnde Revier. Nach Querelen in der Crew auf den ersten Etappen und dem anschließenden Wechsel des Skippers in Kapstadt scheint das Team zur erwarteten Stärke zurückgefunden zu haben.