Vorzeitiger Saisonabschluss Armstrong beendet das Comeback 2.0
Radprofi Armstrong: Winken zum Abschied in Paris
Foto: FRANCOIS LENOIR/ AFPHamburg - hat nach der Tour de France und dem enttäuschenden 23. Rang seine Saison beendet. "In diesem Jahr werde ich keine Rennen mehr fahren", sagte der Amerikaner am Schlusstag der Rundfahrt, die er siebenmal gewonnen hatte. Ob er sich damit komplett vom Profi-Radsport verabschiede, sei aber noch nicht entschieden. "Ich weiß noch nicht, ob ich im nächsten Jahr etwas mache, aber Ihr könnt mich auf jeden Fall in Austin mit meinen Kindern Fahrrad fahren sehen." Auf Twitter schrieb der Texaner: "Tja, das Comeback 2.0 ist vorbei."
Armstrong war 2009 nach dreijähriger Pause in den Radsport zurückgekehrt und als Tour-Dritter in Paris noch einmal aufs Podium geklettert. In diesem Jahr hatte der 38-Jährige mit dem Ausgang der wichtigsten Rundfahrt des Jahres nichts zu tun. "Es ist nicht so gelaufen, wie ich wollte. Ich dachte, ich sei bereit, habe gut begonnen, dann aber einige Probleme auf den Kopfsteinpflastern gehabt und bin gestürzt." Aufgeben wollte Armstrong nicht: "Das wäre falsch gewesen für die Mannschaft, die Sponsoren und die Fans."
Künftig im Mittelpunkt stehen dürften für den Amerikaner vor allem die US-Ermittlungen, die durch die Dopingbeichte seines ehemaligen Teamkollegen Floyd Landis ausgelöst wurden. Dieser beschuldigt Armstrong und dessen langjährigen Teamchef Johann Bruyneel, in Armstrongs früherem Team US Postal flächendeckendes Doping betrieben zu haben.
Armstrong hat Doping immer bestritten
Chefermittler Jeff Novitzky hat bereits mehrere Radprofis als Zeugen vor eine Grand Jury geladen. Armstrong, der Doping stets bestritten hat, wurde nach eigenen Angaben noch nicht von Novitzky kontaktiert.
Armstrong äußerte sich zu den Ermittlungen verklausuliert mit einer Radsport-Metapher. "Das wird ein hartes Rennen", sagte Armstrong zu dem drohenden Verfahren. Man werde mit der "stärksten Mannschaft" antreten. Das Rennens sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fair. "Ich werde die Chance haben, meinen Standpunkt zu erläutern." Armstrong hat angekündigt, mit den Ermittlern kooperieren zu wollen.
Landis, dem der Tour-Sieg 2006 selbst wegen Testosterondopings aberkannt worden war, ist für Armstrong "jemand, der versucht, das Leben von anderen zu zerstören". Der frühere Teamkollege versuche, sein Gewissen zu beruhigen und "ein halbes Dutzend andere Leute mit reinzuziehen", ergänzte Armstrong. "Für mich ergibt das keinen Sinn."