Vuelta Ullrich bleibt Zülle im Nacken
Morella - Roberto Heras, der Fünfte der vergangenen Tour de France, gewann am Freitag die siebte Etappe der Spanien-Rundfahrt über 175 Kilometer von Valencia nach Morella. Auf der zweitlängsten Etappe der diesjährigen Vuelta machte Jan Ullrich als Dritter im Endspurt drei Sekunden hinter Heras und dem Franzosen Patrice Halgand einen starken Eindruck. Der Telekom-Kapitän meisterte die einzigen beiden Steigungen des Tages mit Bravour und erreichte das Ziel fünf Meter vor Alex Zülle.
Damit verteidigte der Schweizer das Goldene Trikot als Spitzenreiter des Gesamtklassements. Der diesjährige Tour-Zweite Ullrich, der in Spanien auf die Wiederholung seines Vorjahreserfolgs spekuliert, liegt weiter mit 1:23 Minuten Rückstand auf der Lauer und freut sich schon auf das zweite Zeitfahren am Sonntag in Tarragona, wo er über 37 Kilometer versuchen wird, Zülle das Trikot abzujagen.
"Heute ist es gut gelaufen, ich bin sehr zufrieden", freute sich der Zeitfahrweltmeister Ullrich im Ziel, dessen Team allerdings einen kleinen Rückschlag in personeller Hinsicht hinnehmen musste. Sprinter Danilo Hondo, der die Vortagsetappe wegen starken Fiebers nicht beenden konnte, ging zur siebten Etappe nicht mehr an den Start.
Vier Ausreißer, die sich schon nach 36 Kilometer formiert hatten, wurden am Freitag 20 Kilometer vor dem Ziel am Fuß des 1100 Meter hohen Port de Querol gestellt. Je näher das Ziel auf 980 Meter Höhe gerückt war, desto mehr machten das Zülle- und Ullrich-Team Tempo im Rücken der Davongefahrenen. Die zwei Anstiege der zweiten Kategorie kurz vor dem Ziel waren die einzigen Schwierigkeiten auf der zweitlängsten Etappe der diesjährigen Vuelta.
Mario Cipollinis Attacke gegen den spanischen Vitalicio-Fahrer Cerezo, der vor zwei Tagen zum Ausschluss des italienischen Sprintstars geführt hatte, wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Trotz öffentlicher Entschuldigungen Cipollinis für seinen Faustschlag ins Gesicht des Konkurrenten nahm Cerezo seine Anzeige wegen Körperverletzung nicht zurück.