Weißflog-Kritik: "Skispringen wird im Nichts verschwinden" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Weißflog-Kritik "Skispringen wird im Nichts verschwinden"

Nach den enttäuschenden WM-Leistungen der deutschen Springer von der Großschanze hat der frühere Olympiasieger Jens Weißflog dem DSV große Vorwürfe gemacht. Der Verband habe sich auf den Erfolgen von Sven Hannawald und Martin Schmitt ausgeruht.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Leipzig - Weißflog sieht nach dem WM-Absturz von Sven Hannawald und Co. in Val di Fiemme schwarz für das Skispringen in Deutschland. "Nach Schmitt und Hannawald kommt eine lange Dürrezeit. Skispringen wird im Nichts verschwinden", sagte der dreimalige Olympiasieger der "Sport Bild". "Der Deutsche Ski-Verband hat sich auf den Erfolgen von Schmitt und Hannawald ausgeruht und die Nachwuchsarbeit vernachlässigt. Es kommt nichts nach."

Der DSV habe damit die gleichen Fehler gemacht wie der Deutsche Tennis-Bund zu Zeiten von Boris Becker, Steffi Graf und Michael Stich. Weißflog, derzeit als TV-Co-Kommentator aktiv, kritisierte zudem, dass der Sport immer mehr zum Fernsehereignis verkomme und der Großteil der Fernsehgelder an die Spitzenathleten gehe. "Bei denen, die es dringend gebrauchen könnten, kommt nichts an. Die Weitsichtigkeit fehlt."

DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller hatte nach dem Teamwettbewerb am Sonntag, bei dem die deutschen Adler mit Rang vier erstmals seit 1993 ohne Medaille geblieben waren, Trainerwechsel im Nachwuchsbereich sowie Trainingscamps mit den Mannschafts-Olympiasiegern Schmitt und Hannawald angekündigt. Die beiden Vorzeigeathleten wollen mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2006 in Turin weiter springen.

Mehr lesen über