Weitsprung Aus für Heike Drechsler
Edmonton - Drechsler gelang bei der Qualifikation nicht ein einziger gültiger Sprung in die Sandgrube. Eine Adduktorenverletzung zwang die Mitfavoritin zur Aufgabe. "Das ist nicht das Ende. Jetzt muss ich es halt bei den nächsten Weltmeisterschaften versuchen", sagte die Karlsruherin wenige Minuten danach den Zuschauern übers Stadionmikrofon.
"Heike Drechsler hat sich beim Aufwärmen eine Muskelverletzung in den Adduktoren zugezogen", gab der deutsche Mannschaftsarzt Helmut Schreiber (Freiburg) bekannt. "Dafür hat es keinerlei Vorzeichen gegeben. Sie war in bester Form." Drechsler war nach eigenen Angaben "ein bisschen schief abgesprungen" und hatte dabei die Hüfte verdreht.
Weltmeisterschaften standen für Drechsler zuletzt unter einem schlechten Stern: Vor zwei Jahren reiste sie mit einer Wadenverletzung nach Sevilla und musste kurz vor dem Wettkampf passen. "Die WM und ich, das passt einfach nicht", sagte sie nach dem Aus. In diesem Jahr blieb die Sportlerin des Jahres 2000 weitgehend verletzungsfrei. Auch ihr Trainer Dan Vladescu schüttelte auf der Tribüne fassungslos den Kopf: "Sie war so gut drauf." Alle Zuschauer auf der Gegengeraden applaudierten Drechsler, als diese noch mal kurz ins Publikum winkte und hilflos den Kopf schüttelte.
Leiser Fluch
So war der Traum vom dritten WM-Gold nach 1983 und '93 gepatzt. "Es ging einfach nicht mehr. Es war sinnlos. Ehe ich mir einen Bündelriss hole. Das ist ärgerlich, ich war so gut in Form", meinte sie und fluchte leise: "So eine Scheiße."
Im ersten Durchgang hatte Drechsler zur Überraschung aller Beobachter den Anlauf abgebrochen. Von einem Physiotherapeuten ließ sie sich dann den linken Oberschenkel bandagieren und versuchte es erneut. Doch die 36-Jährige konnte erst gar kein Tempo machen, lief durch den Sand und winkte enttäuscht ab.