Weitsprung: Pedroso holt sein erstes Olympia-Gold - DER SPIEGEL
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Weitsprung Pedroso holt sein erstes Olympia-Gold

Der Weitsprung-Wettbewerb in Sydney bot Spannung bis zum letzten Sprung, mit dem der mehrfache Weltmeister Ivan Pedroso aus Kuba seine erste olympische Medaille gleich vergoldete. Der Berliner Kofi Prah freute sich über den besten Wettkampf seines Lebens.
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Sydney - Im Weitsprung-Krimi von Sydney behielt Kubas Weltmeister Ivan Pedroso eiserne Nerven und kürte sich im Duell mit Australiens "Superman" Jai Taurima zum Nachfolger des großen Carl Lewis. Während Pedroso seinem Staatschef Fidel Castro mit dem ersten olympischen Weitsprung-Gold für die Zuckerrohr-Insel ein ganz besonderes Geschenk bereitete, quittierte der Berliner Kofi Prah Platz fünf nach 8,19 Meter mit einem Freudentanz.

Der Schützling von Trainer Klaus Beer, der 1968 hinter Bob Beamon mit der gleichen Weite wie Prah Silber gewonnen hatte, feierte damit das beste deutsche Ergebnis eines Weitenjägers seit dem Olympiasieg von Lutz Dombrowski 1980 in Moskau. "Hier hat man mir noch die Medaille weggeschnappt, in vier Jahren wird das anders sein. Ich habe vielleicht schon zuviel an Edelmetall gedacht, aber mehr kann man nicht verlangen im Leben", sagte der dunkelhäutige Weitspringer, der seine Bestleistung um einen Zentimeter verfehlte.

An seine Trainingsjacke hatte der 25-Jährige ein Bild geheftet, das ihn im Alter von eineinhalb Jahren auf dem Arm seiner mittlerweile verstorbenen Mutter in Ghana zeigte. "Ich wollte mir ins Bewusstsein rufen, dass nicht alles im Leben vorhersehbar ist. Damals habe ich noch keinen Gedanken daran verschwendet, dass ich eines Tages unter diesen Umständen den besten Wettkampf meines Lebens abliefere."

Bei dem Duell der Weitspringer schien zunächst Taurima mit einem "Superman"-Zeichen auf dem Oberarm unter dem ohrenbetäubenden Jubel von 110.000 Landsleuten zu einem Sensations-Coup zu fliegen. Doch Serien-Weltmeister Pedroso nahm jede Vorgabe des WM-Vierten an und schlug nach Taurimas Landesrekord von 8,49 Metern im letzten Sprung der Konkurrenz mit 8,55 Metern zurück. Als der Druck weg war, kamen erst die Tränen, dann stürmte der Olympia-Vierte von Atlanta in die kleine kubanische Kolonie, schnappte sich die Staatsflagge und feierte die historische Goldmedaille mit Freudensprüngen auf der Kunststoffbahn.

von Henning Eisfeld, sid