Weltreiterspiele: Chaos und chancenlose Scheichs - DER SPIEGEL
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Weltreiterspiele Chaos und chancenlose Scheichs

Beim Distanzreiten, dem ersten Wettbewerb der Weltreiterspiele , gab es reichlich Probleme: Die Zeitmessung fiel aus, fast die Hälfte der Pferde wurde aus dem Rennen genommen. Ein Spanier gewann Gold, die arabischen Favoriten kamen nicht mal ins Ziel.
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Aachen - Er riss die Arme in Höhe, sprang aus dem Sattel und umarmte sein Pferd: Der Spanier Miguel Vila Ubach ließ seiner Freude nach dem Gewinn der ersten Goldmedaille der Weltreiterspiele freien Lauf. Ubach absolvierte die 160 Kilometer lange Strecke im Distanzreiten mit seinem Pferd Hungares in 9:12,27 Stunden. Damit verwies er die Französinnen Virginie Atger mit Kangoo d'Aurabelle (9:16,13) sowie Elodie Le Labourir mit Sangho Limousian (9:16,14) auf Platz zwei und drei. Beste deutsche Teilnehmerin war Sabrina Arnold mit Madaq auf dem 13. Rang.

"Ich bin mit der Leistung unserer Damen sehr zufrieden", sagte Bundestrainer Bernhard Dornsiepen nach der Ankunft seiner drei Reiterinnen im Aachener Reitstadion. Neben Sabrina Arnold hatten auch Belinda Hitzler mit Iris de Soult und Susanne Kaufmann mit Fay el Rat das Ziel erreicht. Zuvor waren Melanie Arnold mit Nadira und Marianne Hähnel mit Baida in Nahar am dritten von sechs tierärztlichen Kontrollpunkten wegen zu großer Beeinträchtigung ihrer Pferde ausgeschieden. "Durch den Regen waren es äußerst schwere Bedingungen. Vielleicht sind deshalb auch so viele Paare ausgeschieden", sagte Melanie Arnold.

Zeitweise herrschten beim Rennen gestern chaotische Zustände: Die Zeitmessung fiel aus, so dass es stundenlang keine offiziellen Mannschaftsergebnisse gab. Schließlich stand Frankreich als Teamsieger fest. Deutschland wurde hinter der Schweiz und Portugal Vierter. Offizielle Zeiten wurden bislang nicht verkündet.

Von den 179 Startern erreichte fast die Hälfte nicht das Ziel. Die meisten wurden an den Kontrollstellen entlang der Strecke disqualifiziert - zumeist, weil die Pferde erschöpft waren. Nachdem vor vier Jahren bei den Weltreiterspielen in Jerez de la Frontera zwei Pferde gestorben waren, waren die tiermedizinischen Kontrollen verschärft worden. Opfer der strengen Anforderungen wurde auch das Team der Vereinigten Arabischen Emirate. Die hochfavorisierte Mannschaft - die aus vier Söhne von Scheich Mohammad Bin Rashid Al Maktoum, dem Verteidigungsminister der Emirate, besteht - hatte bis zur vorletzten Kontrolle geführt. Dort wurden alle Pferde aus dem Rennen genommen.

Bereits am Sonntag bei der Eröffnungsfeier hatten die Scheichs in Aachen für Aufsehen gesorgt. Die Gäste aus dem Wüstenstaat parkten ihre Luxuslimousinen vor dem Aachener Edelhotel Quellenhof. Der Verkehr kam zum Erliegen. Erst als die Polizei etliche Strafzettel ausgestellt hatte, wurden die zahlreichen Porsche- und Mercedes-Fahrzeuge entfernt und ordnungsgemäß geparkt.

all/sid