Williams-Finale "Sister Act" auch in Melbourne
Melbourne - Die Weltranglistenzweite Venus Williams war als Erste in das Endspiel in Melbourne eingezogen. Sie gewann mit 6:3, 6:3 gegen Justine Henin-Hardenne.
Ihre Schwester Serena siegte im zweiten Halbfinale im nächsten amerikanisch-belgischen Vergleich gegen Kim Clijsters knapp mit 4:6, 6:3 und 7:5. Die Belgierin hatte im dritten Satz bereits mit 5:1 geführt und zwei Matchbälle besessen.
Trotz spielerischer Schwächen und drei großer Blasen am Fuß, die im dritten Satz sechs Minuten lang behandelt werden mussten, setzte sich Williams gegen die Belgierin durch. Nach dem 2:13 Stunden langen Match, das weniger von der Klasse als von der Spannung lebte, räumte die Siegerin ein: "Ich hatte großes, großes Glück. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe."
Die Erklärung lieferte Clijsters: "Bei den Matchbällen hat sie etwas riskiert. Respekt. Deswegen ist sie die Nummer eins. Sie hat plötzlich sehr aggressiv gespielt und kaum noch Fehler gemacht. Ich habe mir nichts vorzuwerfen außer zwei Doppelfehlern beim 5:4." Ihr im Achtelfinale ausgeschiedener Freund Lleyton Hewitt war auf der Tribüne der Rod-Laver-Arena Zeuge, wie die in Australien sehr beliebte Flämin immer nervöser wurde und den Final-Erfolg von der WTA-WM im vorigen November in Los Angeles nicht wiederholen konnte.
Venus Williams gewann gegen Henin-Hardenne dank ihres besseren Aufschlages und stärkerer Returns. "Hoffentlich wird es diesmal anders als bei den letzten drei Finals. Ich muss mich konzentrieren und wenige Fehler machen", sagte die 22-Jährige. Justine Henin-Hardenne war nach ihrem Marathon-Achtelfinale gegen Lindsay Davenport am Ende ihrer Kräfte und keine wirkliche Gefahr.
"Muss gegen Venus irgendetwas aus dem Hut zaubern"
"Wir lieben es, gegeneinander zu spielen", sagte Serena Williams. Vier Finals nacheinander mit denselben Spielerinnen hat es in der Grand-Slam-Historie bisher nicht gegeben. Für beide ist es die erste Finalteilnahme in Australien, das erste Familien-Endspiel hatten sie bei den US Open 2001 absolviert, als sich Venus letztmals durchsetzte. Insgesamt steht die Match-Bilanz bei 5:5. "Venus spielt bei diesem Turnier besser. Ich muss irgendetwas aus dem Hut zaubern, um mein Niveau noch zu steigern", so die Weltranglistenerste nach ihrem Zittersieg gegen Clijsters.
Serena Williams wäre mit einem Sieg nach der US-Amerikanerin Maureen Connolly, der Australierin Margaret Court, der US-Amerikanerin Martina Navratilova und Steffi Graf erst die fünfte Spielerin, die alle vier Grand-Slam-Turniere in Folge gewonnen hätte.