Kerber nach Wimbledon-Aus "Ein, zwei Schritte zu langsam"
Tennisspielerin Kerber: Im Wimbledon-Halbfinale gescheitert
Foto: DYLAN MARTINEZ/ REUTERSFrage: Frau Kerber, Sie sind im Wimbledon-Halbfinale gegen Agniezska Radwanska ausgeschieden. Was waren die Gründe?
Kerber: Ich habe versucht, aggressiv zu spielen. Sie hat aber alles zurückgebracht, sie hat sehr gut gespielt und auch gut gekontert. Ich war heute ein, zwei Schritte zu langsam und habe zu schnell den Fehler gemacht.
Frage: Sie haben nicht so spritzig gewirkt. Haben Sie eine Erklärung dafür?
Kerber: Ich habe ja sehr viel in den vergangenen Wochen gespielt - auch noch das Eastbourne-Finale zuletzt. Ich hatte nicht wirklich viel Zeit, mich zu regenerieren, habe natürlich das Beste daraus gemacht. Ich war eh froh, dass ich hier überhaupt im Halbfinale war. Ich brauche jetzt erst einmal etwas Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen.
Wimbledon-Aus im Halbfinale: Kerbers geplatzter Traum
Frage: Wie soll die Regeneration genau aussehen?
Kerber: Ich werde jetzt erst einmal ein paar Tage Pause machen. Ich weiß nicht, ob ich das zu Hause mache oder ob ich irgendwohin fliege - das entscheide ich spontan. Auf jeden Fall werde ich erst einmal eine gute Woche nichts machen. Und dann habe ich zwei Wochen, in denen ich mich auf Olympia vorbereite.
Frage: Freuen sie sich denn trotz ihres Ausscheidens schon auf die Sommerspiele?
Kerber: Ja, ich freue mich drauf. Ich fühle mich sehr gut auf Rasen. Olympia ist ein Traum.
Frage: Am Mittwoch haben Sie Steffi Graf getroffen. Wie ist es dazu gekommen?
Kerber: Ich war beim Essen und dann haben sie mich aufgerufen durch die Lautsprecher, dass ich in die Umkleide kommen soll. Ich habe nichts geahnt, bin dann gesprintet und hab' meine Erdbeeren stehen lassen. Mein Trainer meinte schon: "Es kann sein, dass Steffi dich gerufen hat." Ich hab's aber nicht geglaubt, ich dachte, ich hätte etwas verloren - oder so. Die Frau in der Umkleide hat dann gesagt: "Die Steffi hat dich aufrufen lassen und sie kommt in fünf Minuten."
Frage: Und was hat sie erzählt?
Kerber: Wir haben eine Viertelstunde geredet. Das war ein unglaubliches Gefühl. Ich hatte sie noch nie persönlich kennengelernt. Aber wir haben ganz normal geredet und es war so, als wenn wir uns schon zehn Jahre kennen. Sie hat mir auch einige Tipps gegeben. Ich hatte Gänsehaut. Danach bin ich aus der Umkleide wieder hochgesprintet und habe mich gefreut wie ein kleines Kind.