Wimbledon: Kerber steht zum ersten Mal im Finale
Wimbledon Kerber trifft im Endspiel auf Serena Williams
20 Jahre nach Steffi Grafs letztem Wimbledonsieg steht nur noch Serena Williams zwischen Angelique Kerber und dem Triumph beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt. Im Halbfinale setzte sich die Melbourne-Siegerin gegen Serenas ältere Schwester Venus Williams in 1:12 Stunden 6:4, 6:4 durch. Im Endspiel am Samstag (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) hat Kerber die Chance, die deutsche Erfolgsgeschichte im All England Club fortzuschreiben.
Dazu muss sich Kerber jedoch steigern. Während sie sich auf dem mit 15.000 Zuschauern vollbesetzten Centre Court gegen die schwache Venus Williams über weite Strecken der Partie zum Sieg zitterte, schoss Titelverteidigerin Serena Williams die russische Außenseiterin Jelena Wesnina in nur 48 Minuten 6:2, 6:0 vom Platz. Williams wird alles daran setzen, Revanche für ihre Schwester und die Finalniederlage bei den Australian Open im Januar zu nehmen.
Doch Kerber ist für Williams eine andere Herausforderung als die Halbfinal-Debütantin Wesnina, das hat sie in Melbourne bewiesen. "Ich weiß, wie man Titel gewinnt", wiederholte Kerber in Wimbledon selbstbewusst nach jedem Sieg. Den fünften "Sister Act" im Endspiel verhinderte sie, nun kann sie erneut Grafs Grand-Slam-Rekord retten.
Bislang hat Serena Williams 21 Majortitel gesammelt, die deutsche Tennisikone gewann zwischen 1987 und 1999 insgesamt 22 Grand-Slam-Turniere - mehr als jede andere Spielerin in der Ära des Profitennis (seit 1968).
Kerber darf mehr zugetraut werden, dafür muss sie sich aber vor allem beim eigenen Aufschlag steigern. Wie schon im Viertelfinale gegen die Rumänin Simona Halep kassierte sie im ersten Satz ein Break nach dem anderen. Dank der Fehler der fünfmaligen Titelträgerin Venus Williams blieb sie aber stets in Führung.