Wimbledon Anke Huber weiter, Kohlmann raus
London - Anke Huber hat das erste Wimbledon-Turnier ohne die Altmeister Steffi Graf und Boris Becker mit einem Jubiläumssieg eröffnet. Ein Jahr nach den letzten Auftritten der beiden deutschen Tennis-Superstars im Tennismekka gelang der Karlsdorferin am Montag durch ein 7:5, 6:2 über die britische Wild-Card-Spielerin Jo Ward der Einzug in die zweite Runde. Letztes Jahr war sie in der ersten Runde an der Amerikanerin Jennifer Capriati gescheitert.
"Hauptsache gewonnen", sagte Anke Huber nach dem Match. Die Weltranglisten-Elfte trifft nun auf die US-Amerikanerin Holly Parkinson (Nummer 91) oder die Britin Louise Latimer (Nummer 119). Obwohl sie hin und wieder einige Probleme hatte, brachte Huber ihren Pflichtsieg über die Weltranglisten-253. Jo Ward doch relativ sicher unter Dach und Fach. Die 25-jährige Deutsche spielte kraftvoller, präziser und variantenreicher als ihre gleichaltrige Gegenspielerin.
"Lucky Loser" Michael Kohlmann dagegen muss weiter auf seinen ersten Erfolg bei dem mit 12,5 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier warten: Der Hagener Qualifikant, der nur auf Grund des Boykotts der Spanier Corretja und Costa ins Hauptfeld nachgerückt war, stand gegen den ehemaligen Wimbledon-Gewinner Richard Krajicek auf verlorenem Posten: 6:3, 1:6, 4:6, 6:7 (3:7) stand es am Ende. Immerhin kassierte Kohlmann 11.000 Dollar Preisgeld.
Auch Kohlmann begann stark. Doch dann fand Krajicek, der noch am Sonntag vor einer Woche das Finale des Rasenturniers in Halle/Westfalen gegen David Prinosil (Amberg) verloren hatte, das richtige Rezept gegen den deutschen Außenseiter. Der Niederländer, der in der neuen Weltrangliste - dem Champions Race - auf Position 51 weit hinter den protestierenden Spaniern geführt wird, ist dank seines Triumphes vor vier Jahren beim berühmtesten Rasenturnier der Welt an Nummer elf gesetzt.