Wimbledon Huber und Vinck in Runde drei
London - Die deutschen Tennis-Profis mit Anke Huber an der Spitze nutzen in Wimbledon die Gunst der Stunde. Einen Tag vor den Zweitrunden-Auftritten einer "Fünfer-Bande" um Thomas Haas am Donnerstag schlug sich bei den 114. All England Championships neben Anke Huber noch Christian Vinck in Runde drei. In einem Qualifikanten-Duell schaltete der Weltranglisten-114. aus Halle/Westfalen am Mittwoch den Israeli Harel Levy mit 6:4, 7:6 (7:2), 7:5 souverän aus und trifft jetzt auf den an neun gesetzten Schweden Thomas Enqvist, der den Spanier Francisco Clavet mit 7:6 (7:2), 7:6 (8:6), 7:5 bezwang. Die Weltranglisten-Elfte Anke Huber hatte Schwierigkeiten, ehe das 5:7, 6:3, 6:3 über Louise Latimer (Großbritannien) unter Dach und Fach war.
"Das war bestimmt nicht mein bestes Match. Ich bin froh, dass ich noch gewonnen habe", gab Anke Huber unumwunden zu. Jana Kandarr stand dagegen auf verlorenem Posten. Die Heidelbergerin scheiterte mit 2:6, 1:6 an Lisa Raymond (USA). Ihr Lohn: Ein Preisgeld in Höhe von 14.000 Dollar.
Mit ihrem Arbeitssieg hat sich Anke Huber schon fast in die Top Ten zurückgespielt. Am Freitag kämpft sie gegen die Weltranglisten-67. Tina Pisnik (Slowenien) um den Einzug ins Achtelfinale des mit 12,5 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turniers. "Die Runde der letzten 16 will ich schaffen, doch dann wird es schwer", schätzte sie ihre Chancen beim ersten Wimbledon ohne die siebenfache Siegerin Steffi Graf realistisch ein. Die Weltranglisten-Erste Martina Hingis (Schweiz) wäre möglicherweise die Achtelfinal-Gegnerin.
Mit den US-Schwestern Serena und Venus Williams kamen am dritten Turniertag zwei Mitfavoritinnen in die dritte Runde. Die 94er-Siegerin Conchita Martinez aus Spanien, vor zwei Wochen noch im Finale von Roland Garros, dagegen scheiterte auf dem schnellen Gras wie der 96er-Gewinner Richard Krajicek. Ebenso wie der Niederländer kam das Aus am Mittwoch auch für den Weltranglisten-Zweiten Magnus Norma. 17 Tage nach dem verlorenen Finale der French Open unterlag der schwedische Sandplatzspezialist dem Belgier Christophe Rochus nach hartem Kampf mit 4:6, 6:2, 4:6, 7:6 (7:4), 1:6.
Lösbare Zweitrunden-Aufgaben haben Marlene Weingärtner (Berlin), Kiefer-Bezwinger Thomas Haas (Hamburg), Qualifikant David Prinosil (Amberg), Rainer Schüttler (Bad Homburg) und der vom britischen Daviscup-Team umworbenen Alexander Popp (München) vor sich. Anke Huber hat diese Runde schon hinter sich. Gegen die Weltranglisten-119. Louise Latimer wurde sie ihrer Favoritenrolle aber bei weitem nicht gerecht.
Die britischen Fans feuerten ihre Spielerin auf Platz 13 kräftig an. Die rothaarige Rechtshänderin erwischte die Deutsche oft auf dem falschen Fuß und lag schnell mit 4:1 in Führung. Zwar kämpfte sich Anke Huber heran, doch mit einem Doppel-Fehler schenkte sie ihrer 22 Jahre alten Gegnerin den Satz. Beim Seitenwechsel knallte sie den Schläger wütend aufs Gras. Mit Wut im Bauch kam sie dann aber doch noch durch.