Wimbledon Kiefer freut sich auf Agassi
London - "Ich freue mich auf das Match", sagte Nicolas Kiefer, nachdem er mit einem mühsamen 7:6 (7:5), 6:4, 6:7 (4:7), 6:3-Sieg über den Russen Andreij Stoljarow am Samstagabend den Einzug in die Runde der letzten 16 des Wimbledonturniers und damit das Aufeinandertreffen mit dem an zwei gesetzten Amerikaner Andre Agassi perfekt gemacht hatte.
Seine entspannte Haltung begründete Kiefer damit, dass er in dem am Montag auf Court No. 1 zur Austragung kommenden Match nichts zu verlieren habe. Dementsprechend locker werde er auch die unmittelbare Vorbereitung bestreiten: "Am Abend vorher gehe ich wie immer zu meinem Lieblings-Chinesen und auch im Training wird nichts verändert."
Gute Erinnerungen an Court No. 1
Zweimal schon hat Kiefer auf dem Court No. 1 antreten dürfen, zweimal hat er den Platz als Sieger verlassen. Bei seinem Debüt als Profi auf Londons heiligem Rasen bezwang er 1997 dort sowohl Jewgenij Kafelnikow als auch Andreij Medwedew. Und wo wir gerade bei Statistik sind: Dreimal hat Kiefer gegen Agassi gespielt, gewonnen hat er nie. "Die ersten beide Matches waren ganz klar, aber zuletzt im März in Indian Wells war es ziemlich knapp", glaubt Kiefer an eine Wende zum Besseren.
Nimmt man die Drittrundenpartie gegen den Russen Stoljarow zum Gradmesser für Kiefers derzeitiges Leistungsvermögen, dann ist er gegen Agassi schlichtweg chancenlos. Nachdem die Partie gegen gegen die Nummer 92 derWelt wegen Regens um eine halbe Stunde verschoben werden musste, bot Kiefer über weite Strecken eine unkonzentrierte Leistung.
Tie-Break verschenkt
Vor allem bei langen Ballwechseln leistete sich der 23-Jährige dumme Fehler und verschenkte sogar die vorzeitige Entscheidung, als er eine 4:0-Führung im Tie-Break des dritten Satzes noch abgab. Schließlich war es Stoljarow, der einbrach und einem gegen Ende der Partie wenigstens kämpfenden Deutschen den Sieg quasi freiwillig überließ.
Es klang dann fast wie Hohn, als Agassi nach seinem souveränen Drittrundensieg (6:3, 6:1, 6:1) über den Chilenen Nicolas Massu auf Kiefer angesprochen sagte: "Er kann eine ganze Menge und wird der erste richtige Test hier für mich sein. Und das ist kein Scherz, ich meine das ganz im Ernst."