Wimbledon Kiefer locker in Runde drei
London/Buenos Aires - Kiefer gewann sein Match gegen den Italiener Alessio Di Mauro mit 6:3, 7:5, 6:3 und freut sich nun auf die Partie gegen die Nummer eins der Weltrangliste, Roger Federer. Der 27-Jährige steht nach dem Erfolg über den Qualifikanten aus Sizilien nach zwei Erstrunden-Niederlagen in Folge erstmals wieder seit 2002 in der Runde der letzten 32. Zum Auftakt hatte Kiefer gegen den Franzosen Julien Benneteau fünf Sätze zum Weiterkommen benötigt.
"Auf Gras ist Kiefer nicht zu unterschätzen", sagte Federer, der den bislang letzten Vergleich im März auf Hartplatz in Indian Wells im Viertelfinale glatt in zwei Sätzen gewonnen hatte, "er schlägt gut auf und kommt konsequent ans Netz."
Vorjahres-Viertelfinalist Florian Mayer folgte Kiefer am Abend die dritte Runde. Der 21-Jährige aus Bayreuth setzte sich am Ende souverän mit 7:6 (8:6), 7:5, 6:3 gegen den Spanier Fernando Verdasco durch. Er stieß damit erstmals in diesem Jahr wieder unter die letzten 32 bei einem Grand-Slam-Turnier vor, wo er am Freitag auf den Spanier Juan-Carlos Ferrero trifft.
Ebenfalls in der zweiten Runde hat die Münchner Qualifikantin Sabine Klaschka wohl eines der besten Spiele ihrer seit 1998 andauernden Laufbahn bestritten. Die 24-Jährige unterlag mit 6:2, 3:6, 6:8 der Weltranglisten-Fünften Jelena Dementjewa, der sie mit ihrem beherzten Auftreten mehr Schwierigkeiten gemacht hat, als der Russin lieb sein konnte. "Ich hatte ja nichts zu verlieren, ich wollte die Partie ganz locker angehen", hatte sie sich als Marschroute in das bislang wichtigste Spiel ihrer Karriere vorgenommen.
Am Ende eines über weite Strecken ausgeglichenen Matches aber setzte sich die größere Routine und Nervenstärke von Dementjewa durch. Klaschka bleibt nach ihrer ersten Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier und dem Erstrundensieg über die Britin Elena Baltacha dennoch der größte Erfolg ihrer Laufbahn und mit knapp 17.000 Euro das größte Preisgeld ihrer Karriere. Auch für Lars Burgsmüller war die zweite Runde wieder einmal Endstation. Der 19 Jahre alte Mülheimer unterlag dem Tschechen Tomas Berdych glatt mit 3:6, 3:6, 1:6. Burgsmüller ist bei bislang sechs Teilnahmen am bedeutendsten Tennisturnier der Welt noch nie über die zweite Runde hinausgekommen und verlor dabei viermal sein Auftaktmatch.
Der argentinische Tennisprofi Guillermo Canas, Nummer acht der Welt, ist unterdessen positiv auf Doping getestet worden. Der 27-Jährige sprach in einem Interview mit den argentinischen Tageszeitungen "La Nacion" und "Clarin" in Buenos Aires von dem Ergebnis, das ihn "überrascht" und "schockiert" habe.
Die Spielervereinigung ATP, die den Fall untersucht, habe ihm erst jetzt gestattet, über die Angelegenheit zu sprechen. Nähere Angaben wollte Canas nicht machen. Um welche Substanz es sich handelt und bei welcher Gelegenheit die positive Probe entnommen wurde, ließ er offen.
Canas hatte bei den Gerry Weber Open in Halle das Halbfinale erreicht, wenige Tage später aber ohne Angabe von Gründen in Wimbledon zurückgezogen. Er wird den Argentiniern nach eigener Aussage auch im Daviscup-Viertelfinale im Juli gegen Australien fehlen.