Wimbledon: Kiefer trumpft auf - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wimbledon Kiefer trumpft auf

Eigentlich wollte Nicolas Kiefer das WM-Halbfinale zwischen Brasilien und der Türkei am Fernseher verfolgen. Aber dann wurde der Tennisspieler in Wimbledon doch länger aufgehalten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Kiefer setzte seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen fort und bezwang den Chilenen Fernando Gonzalez mit 7:5, 6:3, 6:0. Er steht damit als erster der drei verbliebenen deutschen Spieler in der dritten Runde des wichtigsten Tennisturniers des Jahres. Am Donnerstag können ihm Alex Waske (Essen) und Rainer Schüttler (Bad Homburg) noch folgen.

In der dritten Runde bekommt es Kiefer nun mit dem Australier Mark Philippoussis zu tun, der nach einer Reihe von Verletzungen nur mit einer Wildcard ins Turnier gekommen ist. Der Aufschlagkanonier bezwang den Schweden Thomas Enqvist und meldete sich damit eindrucksvoll zurück. Philippoussis verpasste wegen einer Knieoperation sämtliche Grand-Slam-Turniere des letzten Jahres, stand davor allerdings dreimal in Folge in Wimbledon im Viertelfinale. "Ich muss gegen ihn sehr gut returnieren", sagte Kiefer, der aber mit seiner ansteigenden Form zufrieden sein konnte: "Es kann alles passieren."

Gegen Gonzalez, der als einer der Aufsteiger des Jahres im Champions Race bereits auf Position 21 geführt wird und seine besten Ergebnisse nicht auf Sand sondern Hartplätzen erzielte, spielte Kiefer sehr souverän. Der erste Satz verlief noch weitgehend ausgeglichen, Kiefer gelang das entscheidende Break zum 7:5, er selbst war bei seinen Aufschlägen allerdings nie in Gefahr. Auch im zweiten Satz dominierte der Deutsche mit starken Aufschlägen und sicherem Spiel. Das Break zum 4:2 brachte die Vorentscheidung. Kiefer wurde immer sicherer und spielte praktisch fehlerlos. Der Widerstand des Südamerikaners war gebrochen und die Partie nach 1:32 Stunden beendet.

Für die Leimenerin Marlene Weingärtner und Greta Arn (Stuttgart) war dagegen Endstation in Runde zwei. Weingärtner unterlag nach schwacher Leistung der Qualifikantin Laura Granville (USA) 3:6, 4:6. Arn scheiterte erwartungsgemäß an der Russin Anastasia Myskina mit 4:6, 3:6.