Wimbledon: Mayer und Popp im Höhenflug - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wimbledon Mayer und Popp im Höhenflug

Bei seiner ersten Teilnahme in Wimbledon sorgt Florian Mayer weiter für Furore. Der Deutsche ließ sich auch von Routinier Wayne Ferreira nicht irritieren und zog ins Achtelfinale des berühmtesten Tennisturniers der Welt ein. Auch Alexander Popp kam weiter, Rainer Schüttler schied hingegen aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Mayer setzte sich heute mit 4:6, 6:4, 6:1, 6:4 gegen Ferreira durch. Im Achtelfinale trifft der Debütant aus Deutschland am Montag auf Joachim Johansson. Der Schwede bezwang seinen an Nummer 17 gesetzten Landsmann Jonas Björkman (Schweden/Nr. 17) 6:7 (5:7), 7:6 (7:5), 7:6 (8:6), 6:3.

"Erst war ich total chancenlos, und dann habe ich mich in einen kleinen Rausch gespielt", freute sich Mayer. In seinem vierten Match auf Rasen ließ sich der 20-Jährige von Grand-Slam-Weltrekordler Ferreira nicht aus dem Konzept bringen und erreichte erstmals in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier ein Achtelfinale.

"Unter den besten 16 zu sein, ist ein unglaublicher Erfolg", sagte Mayer, der mit 63.000 Euro sein größtes Preisgeld im ersten Jahr auf der Profi-Tour sicher hat. Ferreira spielt in Wimbledon bereits sein 55. Grand-Slam-Turnier nacheinander. Nach den US Open will der 32 Jahre alte Südafrikaner seine Laufbahn als Tennisprofi beenden.

Wie Mayer erreichte auch Alexander Popp das Achtelfinale. Der Deutsche bezwang den Dänen Kenneth Carlsen mit 7:5, 6:4, 6:4 und spielt am Montag gegen den an Nummer zwei gesetzten US-Amerikaner Andy Roddick. In den Jahren 2000 und 2003 hatte Popp jeweils das Viertelfinale in Wimbledon erreicht.

Der an Nummer acht gesetzte Schüttler verlor seine Drittrundenpartie gegen der US-Amerikaner Vince Spadea mit 4:6, 2:6, 3:6. "Ich habe nie meinen Rhythmus gefunden und es nicht geschafft, ihn unter Druck zu setzen", klagte Schüttler, "heute ging wirklich alles daneben. Es lag nicht an einem Schlag, sondern an allen." Der 28-Jährige, der 2003 in Wimbledon das Achtelfinale erreicht hatte, hat dieses Jahr bereits elf Erstrunden-Pleiten kassiert.

Nach Dauerregen am Samstag und dem zweiten ins Wasser gefallenen Turniertag hatten die Organisatoren beschlossen, erneut nach 1991 und 1997 am traditionell spielfreien "Middle Sunday" aufschlagen zu lassen. Die ersten Fans waren bereits unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung am Samstag zur Church Road gepilgert, um eine der begehrten Eintrittskarten zu erhalten.

Über drei Kilometer zog sich die Reihe der Wartenden am Morgen des dritten "Volkssonntags" in Wimbledons 127-jähriger Geschichte schließlich hin. Die 11.000 Tickets für den Centre Court waren für 35 Pfund in den freien Verkauf gegangen, 10.000 Karten für Platz eins für 30 Pfund. Dazu 7500 so genannte Ground Tickets ohne Sitzplatzanspruch à 15 Pfund für die Außenplätze und "Henman Hill".