Wimbledon Regen lässt Henman warten
Der Finalgegner des Agassi-Bezwingers Patrick Rafter soll nun am Sonntag ab 14 Uhr MESZ ermittelt werden. Anschließend, so denken es sich jedenfalls die Wimbledon-Veranstalter, sollen Titelverteidigerin Venus Williams und Justine Henin den Titel bei den Damen ausspielen. Die Regen-Wahrscheinlichkeit beträgt für den Nachmittag 30 Prozent.
Eigentlich hätte das amerikanisch-belgische Kräftmessen bereits am Samstagnachmittag nach Beendigung des zweiten Herren-Halbfinales über die Bühne gehen sollen. Doch starke Regenfälle warfen die ursprünglichen Planungen über den Haufen.
Statt um 14 Uhr MESZ konnten Henman und Ivanisevic erst gut viereinhalb Stunden später auf dem mit 13.800 Zuschauern ausverkauften Centre Court loslegen - für gut 50 Minuten. Dann kehrte der Regen zurück. Die hinlänglich bekannte Stimme des Platzansagers schallte aus den Lautsprechern: "Ladies und Gentlemen, ein Ende des Regens ist nicht abzusehen." Das Spiel musste beim Stand von 5:7, 7:6 (8:6), 6:0, 6:7 (5:7), 2:3 aus Sicht Henmans abgebrochen werden.
Herren-Endspiel am Montag
Das Herren-Finale soll, sofern am Sonntag alles glatt geht, dann am Montag ausgetragen werden. Das entschied Oberschiedsrichter Allen Mills am Samstagabend nach Rücksprache mit den beiden Halbfinalisten sowie dem bereits als Endspielteilnehmer feststehenden Rafter. Die Anfangszeit steht noch nicht fest, vermutlich wird der erste Aufschlag um 14 Uhr MESZ erfolgen.
Eine Verschiebung des Herren-Finales auf Montag hatte es in Wimbledon zuletzt vor 13 Jahren gegeben: 1988 standen sich Boris Becker und Stefan Edberg an einem Montag im Herren-Endspiel gegenüber. Sie setzten allerdings ihr bereits am Sonntag begonnenes Match fort. Der Schwede gewann in vier Sätzen.
Seit 1936 kein britischer Triumph mehr in Wimbledon
Henman hat mit einem Sieg gegen den aufschlagstarken Ivanisevic die Chance, die Briten von einem 65 Jahre währenden Trauma zu befreien. Seit 1936, als der legendäre Fred Perry triumphierte, hat kein Spieler aus dem Vereinigten Königreich mehr das wichtigste Tennisturnier der Welt gewonnen. Der letzte Brite hatte 1938 das Endspiel an der Church Road erreicht.
Henman selbst war schon zweimal ins Halbfinale vorgestoßen, aber immer am US-amerikanischen Seriensieger Pete Sampras gescheitert. Schon Henmans Ur-Großmutter Ellen Stawell-Brown hatte sich in Wimbledon vergeblich gemüht, ebenso die Großeltern des 26-jährigen Lokalmatadoren, Susan und Henry Billington.