Wimbledon Schüttler siegt mit blutigen Händen
London - Schüttler besiegte den Briten Greg Rusedski in einem grandiosen Match glücklich mit 6:7 (5:7), 7:6 (12:10), 6:7 (5:7), 6:2, 6:2. Mit blutigen Blasen an den Händen gab er keinen Ball verloren und lieferte dem Aufschlag starken Rusedski einen heißen Kampf, bei dem der unter Rückenschmerzen klagende Lokalmatador letztlich den Kürzeren zog.
Als ihm das Match im fünften Satz aus den Händen zu gleiten schien, versuchte der gebürtige Kanadier alles, wechselte fast nach jedem Ballwechsel den Schläger, doch das entscheidende Break Schüttlers zum 3:2 verhinderte er nicht. Über 3:39 Stunden wurde den 11.000 Zuschauern auf dem kleinen Center Court ein dramatisches, wenn auch nicht immer hochklassiges Match geboten.
Dem Debütanten Mayer gelang ein imponierender 4:6, 6:3, 6:3, 6:4-Sieg gegen French-Open-Finalist Guillermo Coria aus Argentinien, der im Endspiel von Hertogenbosch bewiesen hatte, dass er auch auf Gras ein Top-Spieler ist. Für Mayer war es im dritten Grand-Slam-Turnier seiner Laufbahn das dritte Zweitrunden-Match. Und zum ersten Mal überstand er die Prüfung mit Erfolg. Mit mutigem Angriffstennis, seiner unorthodoxen Rückhand und klugen Stopps brachte er Coria ein ums andere Mal aus der Fassung. Überdies klagte der kleine Argentinier über Schmerzen in der Schulter.
Mit dem höchsten Sieg im Turnierverlauf überzeugte auch Rasenspezialist Alexander Popp. Der 27-Jährige mit britischem Pass fertigte den lustlosen Spanier Albert Montanes mit 6:1, 6:0, 6:1 ab. "So leicht habe ich es mir natürlich nicht vorgestellt", sagte Popp. Der 2,01 Meter große Blondschopf erlaubte seinem überforderten Gegenüber aber keine Verschnaufpause. "Das Blödeste, was man in solch einem Match machen kann, ist, es auf die leichte Schulter zu nehmen", sagte er. Dass er jetzt einen Durchmarsch starten kann, erwarte er zwar nicht. "Aber wenn ich so weiter spiele, brauche ich vor keinem Gegner Angst zu haben."
Haas dagegen unterlag dem Belgier Xavier Malisse mit 6:3, 3:6, 2:6 und 4:6. Er schied damit als dritter der sechs gestarteten deutschen Tennisprofis in Wimbledon aus. Haas startete gegen Malisse zwar stark, mutig und engagiert. Nach dem erfolgreichen ersten Satz häuften sich aber die Fehler und der Traum von der dritten Runde, die er als bestes Ergebnis drei Mal von 1998 bis 2000 erreicht hatte, schwand immer mehr. Allerdings hatte sich Haas nach zwei Jahren Wimbledon-Pause und 15-monatiger Verletzungspause auf dem ungeliebten Belag ohnehin nur wenig erhofft.
Aus für Ivanisevic
Goran Ivanisevic hat unterdessen in Wimbledon seine Karriere abeendet. Der Sieger des Jahres 2001 unterlag in der zweiten Runde dem Australier Lleyton Hewitt mit 2:6, 3:6, 4:6 und feierte mit.13 000 Zuschauern seinen Abschied vom Profi- Tennis. "Ich wollte in Wimbledon aufhören, dafür habe ich gekämpft", sagte der 32-jährige Kroate.
Ivanisevic soll nun Kapitän des kroatischen Daviscup-Teams werden und in dieser Funktion Niki Pilic ablösen, der mit Deutschland drei Mal den Pokal geholt hat.