Wintersport: Dopingfall über Willingen - DER SPIEGEL
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Wintersport Dopingfall über Willingen

Das beherrschende Thema beim Weltcup in Willingen waren nicht die Leistungen von Schmitt, Hannawald und Malysz. Im Sauerland wird etwas anderes diskutiert: Der erste Dopingfall des Skispringens.
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Willingen - Wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass meldet ist der Russe Dimitri Wassiliew nach seinem dritten Platz beim zur Vierschanzentournee zählenden Springen von Innsbruck am 4. Januar positiv getestet worden. Die A-Probe Wassiliews habe Spuren des Harn treibenden Mittels Diuretika aufgewiesen, das sowohl der schnellen Gewichtsreduzierung als auch der Verschleierung von Anabolika dient. Wassiliew, der zu Saisonbeginn überraschend in die Weltspitze gesprungen war, startete beim Weltcup-Springen in Willingen nicht. Der russische Trainer hatte dies gegenüber dem Internationalen Ski-Verband (Fis) mit Visaproblemen seines Athleten begründet.

Springer und Offizielle reagierten zurückhaltend. "Es ist nicht unsere Aufgabe, mit dem Finger auf jemanden aus der Skifahrer-Familie zu zeigen", sagte der Weltcup-Führende Adam Malysz aus Polen. "Ich habe momentan andere Sorgen", äußerte sich der formschwache Skiflug-Weltmeister Sven Hannawald (Hinterzarten).

Fis wartet ab

Die Fis will erst einmal das Ergebnis der B-Probe abwarten. Sollte diese die A-Probe bestätigen, droht dem Russen nach einer Anhörung eine zweijährige Sperre. Solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist, ist Wassiliew laut den Fis-Regularien weiter startberechtigt und könnte sogar bei den Weltmeisterschaften in Lahti (15.-25. Februar) an den Start gehen. "Uns sind die Hände gebunden, in Sachen Doping ist der Skisport eben noch jungfräulich", gab Fis-Pressechef Kurt Henauer zu.

Eine Sperre könnte derzeit nur durch den russischen Verband ausgesprochen werden. Dessen Präsident Wladimir Slawski betrachtet die Affäre jedoch als bloßes Missverständnis. Wassiliew habe laut Slawski einfach Arzneien verwechselt und somit eher eine Dummheit als einen Verstoß gegen das Fis-Reglement begangen.