IOC-Präsident Wu möchte Bach Konkurrenz machen
Boxchef Wu: Will IOC-Boss werden
Foto: AP/dpaHamburg - Thomas Bach bekommt einen weiteren Gegenkandidaten: Im Rennen um die IOC-Präsidentschaft hat der Chef des Internationalen Amateur-Box-Verbandes Aiba, Wu Ching-Kuo, den bisherigen Amtsinhaber Jacques Rogge über seine geplante Kandidatur informiert. Wu habe dem Belgier am Freitag in einem Brief mitgeteilt, dass er gegen DOSB-Präsident Bach und Ser Miang Ng aus Singapur antreten wolle. Offiziell werde der 66 Jahre alte Architekt aus Taiwan seine Bewerbung am kommenden Donnerstag in Taipeh bekanntgeben, hieß es.
Wu gehört dem Internationalen Olympischen Komitee bereits seit 1988 an und führt die Aiba seit 2006. Das Exekutivkomitee des Box-Verbandes hatte Anfang der Woche die Kandidatur des Aiba-Chefs für das Amt des IOC-Präsidenten empfohlen. In die IOC-Exekutive war Wu 2012 als Vertreter der Vereinigung olympischer Sommersportverbände gewählt worden. Der Sportfunktionär war Mitglied mehrerer IOC-Kommissionen, derzeit gehört er dem Gremium an, das die Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro koordiniert. Im April öffnete in China ein von ihm entworfenes Museum zu Ehren des langjährigen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch.
Rogges Nachfolger wird am 10. September in Buenos Aires gewählt. Als möglicher Kandidat gilt auch Richard Carrión aus Puerto Rico, der als Schatzmeister eine wichtige Figur in der IOC-Exekutive ist. Der Banker, dieses Jahr in den Vorstand der amerikanischen Notenbank Federal Reserve gewählt, müsste allerdings eine steile Karriere aufgeben. Möglich, wenn auch weniger wahrscheinlich, sind die Kandidaturen des Schweizer IOC-Vize Denis Oswald, Präsident des Ruder-Weltverbandes (Fisu), sowie Sergej Bubka (Ukraine), Vizepräsident im Leichtathletik-Weltverband IAAF.