Wundersame Genesung Tyson kann Samstag doch boxen
Las Vegas - "Er ist heute Morgen aufgewacht und hat uns mitgeteilt: Ich will es machen", sagte Tyson-Manager Shelly Finkel am Dienstag in Las Vegas. "Mike wird noch heute nach Memphis fliegen."
Über Nacht war die lauthals verkündete Absage des Comeback-Kampfes vergessen. "Es tut mir Leid für meine Fans in Memphis und in der ganzen Welt, aber ich bin nicht 100 Prozent fit", hatte Tyson in seiner Heimatstadt Las Vegas mitgeteilt. "Ich kann nicht zeigen, wozu ich in der Lage bin. Die letzten fünf Tage lag ich mit einer Grippe im Bett. Ich hoffe, der Fight wird bald nachgeholt." Als er ausgeschlafen hatte, galt dies plötzlich alles nicht mehr.
Empfehlung für Kampf gegen Lewis
Dabei war schon ein Ausweichtermin angepeilt worden. Jay Larkin, Box-Verantwortlicher vom Pay-Per-View Sender Showtime, bei dem Tyson unter Vertrag steht, ließ wissen, der Kampf könne möglicherweise auf Ende März verschoben werden. Negative Auswirkungen befürchtete auch Finkel trotz der Absage nicht. "Mike bleibt eine große Attraktion. Er ist noch der Star", betonte er.
Der Kampf gegen Etienne (24 Siege/1 Niederlage), für den bereits annähernd 11.000 Eintrittskarten verkauft wurden, ist Tysons (49/4) erster Auftritt nach der deprimierenden K.o.-Niederlage im vorigen Juni gegen WBC-Weltmeister Lennox Lewis (Großbritannien). Mit einem überzeugenden Sieg will sich "Iron Mike" für die Revanche gegen Lewis empfehlen, die für den 21. Juni geplant ist.
Co-Trainer abgereist
Vor einer Woche hatte sich der mehrfach wegen Körperverletzung angeklagte Boxer auf der linken Gesichtshälfte ein afrikanisches Kriegssymbol tätowieren lassen. Dadurch soll ein Infekt ausgelöst worden sein. Am Tag danach erschien der "Badest Man on the Planet" (Tyson über Tyson) nicht zum Training. Von seinem Coach Freddie Roach wurde er seitdem nicht mehr gesehen. Co-Trainer Jeff Fenech war über Tysons Verhalten so verärgert, dass er die Sachen packte und nach Hause flog.
Witali Klitschko muss nach der abgesagten Kampfabsage nun weiter auf seine große Stunde warten. Denn jetzt bleibt es wohl dabei, dass Lewis den bereits unterzeichneten Kampfvertrag mit dem promovierten Sportwissenschaftler aus dem Hamburger Universum Boxstall wegen des Tysons-Rückkampfes negiert. Eine Titelverteidigung des Briten gegen den Weltranglisten-Ersten des WBC ist nach den Worten des Lewis-Managers Adrian Ogun aber "überhaupt nicht vom Tisch. Nach dem Tyson-Kampf werden wir unsere endgültige Entscheidung bekannt geben".