Sorg - Sorgen - DER SPIEGEL
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Sorg - Sorgen

• aus DER SPIEGEL 33/1947
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Frau Diem erläuterte Epidiaskopaufnahmen von Senk- und Spreizfüßen ihrer Klein-Kinder. Einige hungrige Pressevertreter schlichen sich in der Dunkelheit zum Frühstückssaal, um sich Haferflocken einzuverleiben.

Einen Vortrag von Dr. h. c. Carl Diem hatten sie bereits vorher zu Papier gebracht. Anläßlich einer Führung durch den Halb-Tageslauf der Sporthochschule Köln im Stadion Müngersdorf, die unter Dr. Diem wieder arbeitet.

Die amtliche Genehmigung zur Gründung der Hochschule liegt noch nicht vor. »Wir sind nur ein Embryo«, sagte Rektor Diem und lächelte Mr. Dickson von der Militärregierung zu, »aber dieser Embryo lebt, hat Arme und Beine und geht bereits«.

Braungebrannte Sportstudentinnen servierten im Rot-Weiß-Stadion-Keller Eintopf. Um den blankpolierten Tisch gruppierten sich auf niedrigen Bänken Seppl Herberger, der umstrittene Fußballexperte, das Ehepaar Diem und Pressevertreter aller Zonen. Neben Diem saß Hugo Grömmer aus Arnsberg, Geschäftsführer des Zonensportrates und Vorkämpfer für die Landessportverbände.

Seinen Mitstreiter um Deutschlands Sportorganisation, Heinrich Sorge, hatte er nicht mitgebracht. Der sitzt in Frankfurt und verschickt Briefe an die Teilnehmer der Frankfurter Sportkonferenz vom 7 Juni, bei der er Dr. Diem aufforderte, auf eine Wahl in das Olympische Komitee Deutschlands zu verzichten. Grund: Die »Olympische Flamme« - ein Buch von Dr. Diem, 1942 herausgegeben, und Auszüge aus Reden Diems vor der Hitlerzeit.

»In der Zeit der militärischen Erfolge dieses Krieges verlor Dr. Diem ganz den Verstand und verherrlichte den Krieg in einer Art und Weise, die an Verbrechen grenzt«, meint Sorg. »In diesem Wahn schrieb Dr. Diehm seine eigene Anklageschrift und gab ihr den stolzen Titel: »Olympische Flamme«.

Dr. Diem lachte, als davon beim dritten Napf Eintopf gesprochen wurde. Er ist in das Olympische Komitee gewählt worden.

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