US Open: Ben Shelton beklagt sich über Verhalten von Alexander Zverev beim Aufschlag - DER SPIEGEL
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Marotte des Deutschen Finalgegner beklagt sich über Zverevs endloses »tip, tip, tip …« beim Aufschlag

Böse Zungen könnten ihn einen schlechten Verlierer nennen: Ben Shelton moniert nach seiner Niederlage bei den US Open das Verhalten von Alexander Zverev bei Aufschlägen. Allein steht er mit dieser Kritik aber nicht.
Deutscher Tennisprofi Alexander Zverev beim Aufschlag: Bis zu diesem Punkt kann es mitunter etwas dauern
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Deutscher Tennisprofi Alexander Zverev beim Aufschlag: Bis zu diesem Punkt kann es mitunter etwas dauern

Foto: Olga Fedorova / EPA

Die Diskussion über Alexander Zverevs Art des Aufschlags dürfte weitergehen. Nun hat sich auch sein unterlegener Finalgegner Ben Shelton zu Wort gemeldet. Er fordert angesichts der Aufschlagroutine des US-Open-Siegers eine Regeländerung. Der Hamburger ließ den Ball beim Grand-Slam-Turnier in New York sehr oft aufspringen, bevor er servierte. Vor dem zweiten Aufschlag gibt es dafür bislang keine Zeitbegrenzung.

»Ich denke, es sollte eine Regel geben«, sagte der Amerikaner Shelton nach dem Endspielsieg von Zverev. »Man sollte keine unbegrenzte Zeit haben. Ich denke, für unseren Sport ist es schwierig, so lange auf den nächsten Ballwechsel zu warten.«

Bereits Zverevs Halbfinalgegner Karen Chatschanow hatte sich über die Marotte des Deutschen beklagt (mehr dazu hier). »Das nervt nicht nur mich, sondern natürlich viele Spieler, weil es so viel Zeit kostet», sagte der Russe. Während des Finals kritisierte Sheltons Vater und Trainer Bryan das Verhalten. »Sascha prellt den Ball so oft auf, das bringt dich raus«, sagte der frühere Profi beim US-Sender ESPN (Sascha ist Zverevs Spitzname, Anm. d. R.)

Vor dem ersten Aufschlag haben die Spieler 25 Sekunden Zeit, um den Ball ins Spiel zu bringen, nachdem der Unparteiische den Spielstand angesagt hat. Weil dies zu lange dauerte, kassierte Zverev während des Finals eine Verwarnung.

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Auch sonst gab es Debatten zu diesem Thema. Schiedsrichterin Marijana Veljovic habe ihm gesagt, dass er sich vor dem Aufschlag Zverevs früher bereit machen müsse, berichtete Shelton.

»Ich werde nicht 30 Sekunden lang in einer Position mit angewinkelten Knien und angespanntem Körper verharren, während ich warte«, sagte der 23-Jährige dazu. »Wenn er den Ball 20- bis 25-mal aufprallen lässt, sollte ich nicht einfach nur da warten müssen.« Er betonte, dass seine Müdigkeit gegen Ende des Finals nicht damit in Verbindung gestanden habe.

Kuriose Szene nach dem entscheidenden Punkt

Zverev gewann am Sonntag erstmals in New York und feierte damit seinen zweiten Grand-Slam-Titel. Der French-Open-Sieger bezwang im Finale den Amerikaner Ben Shelton mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7, 6:2 und triumphierte als erster Deutscher nach Boris Becker 1989 im Männer-Einzel (das ganze Spiel können Sie hier im Livekommentar nachlesen  ).

Dabei war die Szene zum Schluss des Spiels kurios. Zverev schaute sich verwirrt um, betrachtete seinen Schläger, guckte in Richtung Anzeigetafel – und riss erst dann die Arme hoch: Mit einigen Momenten Verzögerung hatte der 29-Jährige seinen großen Triumph bei den US Open realisiert.

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»Er gewinnt zum ersten Mal die US Open und merkt’s nicht – bemerkenswert«, sagte Becker bei sporteurope.tv zu dem skurrilen Moment unmittelbar nach Matchende: »Das ist die Szene des Jahres für mich im Sport.«

Vor Schauspielern wie Brad Pitt und Pierce Brosnan sowie Sportstars wie Lindsey Vonn präsentierte sich Zverev in seinem sechsten Grand-Slam-Finale abgeklärt. Nach 3:33 Stunden vollendete er den Triumph mit seinem ersten Matchball. Wie schon beim gesamten Turnier saß seine Freundin Sophia Thomalla wegen eigener beruflicher Verpflichtungen nicht in seiner Box.

jok/dpa