Wimbledon: Tennisspielerin Alicia Barnett bringt Änderung von weißer Kleidung bei Periode ins Spiel - DER SPIEGEL
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Ängste wegen Menstruation Tennisspielerin Barnett plädiert für andere Kleiderordnung in Wimbledon

In Wimbledon ist weiße Kleidung vorgeschrieben – das gilt auch für Unterwäsche. Das bereite vielen Spielerinnen während der Periode aber Sorgen, sagt Profi Alicia Barnett. Auch andere sprechen von »mentalem Stress«.
Alicia Barnett in Wimbledon
Alicia Barnett in Wimbledon

Alicia Barnett in Wimbledon

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Justin Setterfield / Getty Images

Die britische Tennisspielerin Alicia Barnett hat in Wimbledon über Belastungen während der Periode gesprochen und eine Änderung der strikten Regeln für weiße Kleidung ins Spiel gebracht. »Manche Traditionen könnten geändert werden«, sagte Barnett der britischen Nachrichtenagentur PA.

Zwar finde sie den Wimbledon-Brauch der weißen Kleidung toll, und die Spielerinnen gingen sehr gut damit um. Doch Barnett betonte: »Während der Spiele die Periode zu haben, ist schwierig genug, aber dann weiß zu tragen, ist nicht einfach.«

Sie begrüße es, dass es diese Diskussion nun gebe, sagte die 107. der Doppel-Weltrangliste. »Warum sollten wir uns scheuen, darüber zu sprechen? Ich weiß, dass Männer sich nicht scheuen, über viele Dinge zu sprechen«, sagte die 28-jährige Barnett, die am Sonntag im Achtelfinale des Mixed-Wettbewerbs an der Seite ihres Landsmanns Jonny O'Mara auf die US-Amerikanerin Venus Williams und den Briten Jamie Murray trifft.

Sie hoffe, dass sich Spielerinnen zunehmend zum Thema Periode im Sport äußern. Dies könne auch zu einer Finanzierung für stärker auf Frauen ausgerichtete Trainingsmethoden führen (Lesen Sie hier mehr dazu ).

Zuvor hatten sich weitere aktive und ehemalige Profis geäußert. Monica Puig, Goldmedaillengewinnerin der Olympischen Spiele 2016 in Rio, erinnerte sich im »Telegraph«  an den »mentalen Stress«, in Wimbledon Weiß tragen zu müssen und »dafür zu beten, dass man in diesen zwei Wochen nicht seine Periode bekommt«.

Die Britin Heather Watson, 117. der Weltrangliste, berichtete der »Times« gegenüber von ihren Ängsten, dass man Blutflecken auf dem weißen Dress sehen könnte.

Gängiges Thema in der Umkleide

Das Thema sei unter den Spielerinnen in der Umkleidekabine in Wimbledon gängig gewesen, sagte die ehemalige australische Spielerin Rennae Stubbs gegenüber dem »Telegraph«. »In Wimbledon ist man sehr darauf bedacht, dass alles in Ordnung ist, sobald man den Platz betritt – und dass man einen Tampon dabei hat. Viele Frauen haben zusätzlich noch Binden dabei oder stellen sicher, dass sie einen extragroßen Tampon haben, bevor sie auf den Platz gehen.« Sie sagte aber auch, dass die weiße Kleidung Wimbledon besonders mache.

Diese hat seit Turnierbeginn im Jahre 1877 Tradition, es gibt wenige Ausnahmen für Farbakzente und diese sind streng geregelt. Auch die Unterwäsche muss weiß sein, wenn sie während des Spiels sichtbar ist. Diese Regel gilt ab Betreten des Platzes. In diesem Jahr wurde eine seltene Ausnahme gemacht : Sportler und Sportlerinnen dürfen Symbole in den Farben der ukrainischen Flagge tragen, um ihre Solidarität zu zeigen.

»Als Frau muss man immer daran denken«

Abweichungen des weißen Dresses hatten immer wieder für Aufsehen gesorgt. So hatten die orangefarbenen Schuhsohlen Roger Federers 2013 den Unmut der Offiziellen erregt. 2007 trug die Französin Tatiana Golovin eine rote Unterhose, die Unterwäsche-Vorschrift wurde dann verschärft.

Golovin behauptete dem »Telegraph« zufolge, sie habe damals die rote Farbe nicht wegen ihrer Periode gewählt, dennoch habe die heute 34-Jährige gemischte Gefühle, als Profi-Spielerin weiß zu tragen. »Als Frau, die nach Wimbledon kommt, muss man immer daran denken«, sagte sie.

Zuletzt hatte die Chinesin Zheng Qinwen nach ihrem Achtelfinal-Aus bei den French Open gesagt, dass sie wegen Menstruationsbeschwerden nicht ihre beste Leistung zeigen konnte und das Thema im Tennis in den Fokus gerückt.

ngo/dpa