Tour de France Asgreen gewinnt – Geschke gibt auf
Kasper Asgreen im Ziel
Foto:Thomas Samson / AFP
Als Kasper Asgreen die dänischen Festspiele bei der 110. Tour de France fortsetzte, war der völlig entkräftete Simon Geschke bereits vom Rad gestiegen. Am Donnerstag beendete der geschwächte 37-Jährige etwa 73 Kilometer vor dem Ziel in Bourg-en-Bresse seine Tour der Leiden. Die kräftezehrende Alpen-Etappe am Vortag hatte dem Bergfahrer schwer zu schaffen gemacht. Die zweieinhalb Wochen samt anspruchsvoller Alpen-Herausforderungen nagten an Geschke.
»Ich konnte einfach nichts mehr essen. Die ersten beiden Stunden ging es noch. Kleinigkeiten mit dem Magen reichen in der dritten Woche schon. In der dritten Stunde habe ich dann gemerkt, dass es mir komplett den Stecker zieht«, sagte Geschke und fügte hinzu: »Ich war am Berg der vierten Kategorie allein. Nochmal 80 Kilometer allein, vor allem nach dem Tag gestern, wo ich komplett leer war, da hatte ich einfach keine Reserven mehr.«
Von sieben deutschen Profis sind nur noch fünf im Rennen
Im Kampf um den Tagessieg stahl der 28 Jahre alte Asgreen den Sprintern die Show. Der Däne siegte überraschend nach 184,9 Kilometern als Teil einer Fluchtgruppe vor dem Niederländer Pascal Eenkhoorn und dem Norweger Jonas Abrahamsen.
Die Sprinter um Superstar Jasper Philipsen verpokerten sich und verpassten die Gruppe um wenige Meter. Asgreen sorgte bereits für den dritten dänischen Etappensieg in diesem Jahr nach Mads Pedersen und Jonas Vingegaard, der weiter im Gelben Trikot Richtung Paris fährt.
Philipsen verpasste seinen fünften Etappensieg. Der Belgier versuchte zwar noch wenige Meter vor dem Ziel einen Angriff auf die Spitzengruppe, rollte in Bourg-en-Bresse aber als Vierter durch das Ziel. Damit zog der 25-Jährige zunächst nicht mit Marcel Kittel gleich, der 2017 zuletzt fünf Tagessiege gefeiert hatte.
Den Schlussakt in Paris wird Geschke nur als Zuschauer verfolgen. Am Vortag kam er bereits völlig entkräftet ins Ziel auf 2003 Metern Höhe in Courchevel. Nur 80 Sekunden retteten ihn vor dem Zeitlimit. Geschke hatte sich danach auf dem Weg ins Hotel übergeben und litt unter Schüttelfrost.
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Von den sieben deutschen Profis sind damit nur noch fünf im Rennen. Am Mittwoch hatte Phil Bauhaus, der bisher auf den Sprint-Etappen drei Podium-Platzierungen feierte, entkräftet aufgegeben.
An der Spitze der Gesamtwertung änderte sich wie erwartet nichts. Der dänische Titelverteidiger Jonas Vingegaard liegt nach seinen starken Leistungen in den Alpen weiter 7:35 Minuten vor seinem Rivalen Tadej Pogacar. Der Tour-Sieg ist dem 26-Jährigen bei drei verbleibenden Etappen bis Paris wohl nur bei einem Sturz noch zu nehmen.
Am Freitag hoffen die Ausreißer bei der 19. Etappe auf ihre letzte Chance. Für die Radprofis geht es im Jura-Gebirge auf die hügeligen 172,8 Kilometer zwischen Moirans-en-Montagne und Poligny. Zum Ende des Teilstücks wartet eine lange Gerade auf die Fahrer. Dem deutschen Bergspezialisten Georg Zimmermann liegen solche Strecken. Allerdings sind die Kraftreserven der Profis nach bald drei Wochen Tour fast aufgebraucht. Am Samstag steht noch eine anspruchsvolle Gebirgsetappe in den Vogesen an.