Detlef Schrempf Comeback nach Pippen-Ausfall
Portland - "Det is back!" Portlands Tageszeitung "The Oregonian" vermeldete am Mittwoch in dicken Schlagzeilen, worüber seit Tagen hinter vorgehaltener Hand spekuliert wurde. Der lädierte Ellbogen von Superstar Scottie Pippen beschert Deutschlands einstigem Vorzeige-Basketballer Detlef Schrempf ein überraschendes Comeback in der National Basketball Association (NBA). Schon am Donnerstag wird der 38 Jahre alte Leverkusener im Heimspiel der Portland Trail Blazers gegen die Phoenix Suns wieder das Trikot mit der Nummer "12" überstreifen.
Am Montag hatte Schrempf den Anruf von General Manager Bob Whitsitt erhalten, da Pippen wegen einer Ellbogenoperation vermutlich für einige Monate ausfällt. "Wir haben Detlef für Fälle wie diesen im Kader behalten", meinte Whitsitt: "Einen Veteranen wie ihn kann man jederzeit problemlos ins Team einbauen."
Schrempf hatte nach 15 NBA-Spielzeiten am 2. Oktober 2000 seine Karriere beendet, nachdem er im Verlauf des vergangenen Jahres verstärkt unter Nackenschmerzen litt. Die Behinderung führte zu weniger Spielzeit und sinkenden Quoten in der Statistik - in seinem vermeintlich letzten Jahr erzielte Schrempf im Schnitt nur noch 7,5 Punkte und 4,3 Rebounds pro Begegnung.
"Die Schmerzen sind fast weg, ich fühle mich fit", meinte Schrempf, der bei einem positiven Verlauf seines Comebacks sogar auf eine tragende Rolle in dem vom Verletzungspech heimgesuchten Blazers-Team rechnen darf. "Detlef ist einer der diszipliniertesten Arbeiter, mit dem ich je zu tun hatte. Er wird schnell den Anschluss wiederfinden", sagte Portlands Coach Mike Dunleavy.
"Mein größtes Ziel habe ich verpasst"
Schrempf, der mit seiner Familie im drei Autostunden
entfernten Seattle lebt, hatte sich in den letzten Monaten für den
Fall der Fälle fit gehalten. Die Basketballkugel spielte im Leben
des Multimillionärs allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle. Noch vor kurzem freute sich Schrempf diebisch über seine neue Freiheit: "Herrlich, ich habe zwei Monate keinen Basketball mehr angefasst." Dennoch wurde er in regelmäßigen Abständen von Selbstzweifeln geplagt, ob sein freiwilliger Ausstieg nicht zu früh gekommen war. "Mein größtes Ziel habe ich verpasst - den Gewinn der Meisterschaft." Vor zwei Wochen tauchte er dann überraschend bei einer Trainingseinheit der Blazers auf, was von den amerikanischen Basketballschreibern sofort vermerkt wurde.
Ab Donnerstag erhält "Det, the Threat" eine neue Chance, denn die Trail Blazers haben bislang die meisten Siege in der Western Conference eingefahren und gelten auch in dieser Saison als Mitfavorit. Sollte es mit dem Titel nicht klappen, wird Schrempf der Rücktritt vom Rücktritt zumindest finanziell versüßt. Auf Grund des eigentlich noch bis zum Ende dieser Saison laufenden Zweijahresvertrages wird er in diesem Jahr 1,2 Millionen Dollar verdienen.
Von Frank Hoffmann, sid