Eishockey: Jochen Hecht - ab nach Kanada! - DER SPIEGEL
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Eishockey Jochen Hecht - ab nach Kanada!

In der NHL spielen zu dürfen ist ein wahr gewordener Traum des Mannheimer Eishockeychampion Jochen Hecht. Nun lernt er die Kehrseite der Medaille kennen: den berüchtigten Trade.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

St. Louis - Wo einst Wayne Gretzky die Rekorde reihenweise brach, soll für Eishockey-Nationalspieler Jochen Hecht Teil zwei seiner Karriere in der nordamerikanischen Profiliga (NHL) beginnen. Der fünfmalige Stanley-Cup-Sieger Edmonton Oilers, in den achtzigern Jahren im "Hockey", wird neuer Arbeitgeber des 24-jährigen Deutschen. Am Sonntag wurde der Stürmer in einem Fünf-Mann-Deal von den St. Louis Blues zu den Kanadiern transferiert.

Einige Stunden unter Schock


"Ich habe einige Stunden gebraucht, um den Schock zu verdauen. Ich konnte es gar nicht glauben", schilderte der derzeit in Deutschland weilende Hecht seine ersten Reaktionen, nachdem er am Sonntagnachmittag kurz nach vier Uhr von seinem kanadischen Manager Roly Thompson über den Wechsel informiert worden war.

"Ich hatte gehofft, dass er mir zur Hochzeit einen neuen Vertrag von den Blues mitbringt. Dass es ganz anders kommen würde, stand vor meiner Heimreise überhaupt nicht zur Diskussion", so Hecht, der am kommende Samstag in Mannheim heiratet.

Mit den Blues hatte der Stürmer in der abgelaufenen Saison das Halbfinale erreicht. In insgesamt 138 Spielen in drei Jahren stehen 32 Tore und 46 Vorlagen zu Buche. Zusammen mit Hecht wechseln Marty Reasoner und Jan Horacek zu den Kanadiern, die sich im Gegenzug von ihrem Stürmerstar Doug Weight und dem Schweizer Michel Riesen trennten.

"Muss die Freunde zurücklassen"


Am Sonntagabend hatte er bereits das erste Gespräch mit dem Manager der Oilers. Er versicherte ihm, dass man sich beim fünfmaligen Stanley Cup-Gewinner auf sein Kommen freut und große Erwartungen in ihn setzt. "Das hat mich etwas aufgebaut, denn zu Edmonton habe ich überhaupt keine Beziehungen", gestand Hecht. Am härtesten sei deshalb für ihn, seine so mühselig gefundenen Freunde zurückzulassen. Obwohl Hecht in Edmonton im Gegensatz zu seiner Zeit in St. Louis eher nicht um den Stanley Cup spielen wird, darf in der kanadischen Farmer- und Ölmetropole immerhin auf mehr Minuten auf dem Eis hoffen, als zuletzt bei den Blues.

Seit Tagen hielten sich in St. Louis Gerüchte, dass ein spektakulärer Spielertransfer bevorstehe. Vor allem der Name des wechselwilligen tschechischen Torhüters Dominik Hasek (Buffalo Sabres) tauchte immer wieder in den Planspielen von General Manager Larry Pleau auf. Nachdem sich der Olympiasieger allerdings am Samstag für einen Transfer zu den Detroit Red Wings entschieden hatte, akzeptierte Pleau ohne Zögern das Angebot der finanziell angeschlagenen Oilers.

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