Irak-Krise Europäischer Footballliga droht das Exil
New York - Das Management der NFL-Europe hat am Dienstag erstmals interne Pläne bestätigt, nachdem die am 5. April beginnende neue Saison wegen des drohenden Irak-Krieges komplett in Florida gespielt werden soll. "Derzeit beraten wir uns mit den Teambesitzern und dem Commissioner der Liga", sagte John Beake, Managing Director of Football Operations.
Auch die anti-amerikanischen Kundgebungen in Deutschland, wo in Berlin, Gelsenkirchen und Frankfurt die drei zuschauerträchtigsten Mannschaften der NFL-Europe beheimatet sind, spielen bei den Planungen der Liga eine Rolle. Im Falle eines Umzugs sollen die Begegnungen in Tampa, Orlando, St. Petersburg, Miami und Jacksonville ausgetragen werden.
Dem drohenden Irak-Krieg ist bereits ein erstes bedeutendes Sportereignis zum Opfer gefallen. Die amerikanische Major League Baseball (MLB) sagte am Dienstag die Saisoneröffnungsspiele zwischen den Seattle Mariners und den Oakland Athletics ab. Beide Teams sollten beim traditionellen Auslandsstart der Liga am 25. und 26. März in Tokio aufeinander treffen. Die Begegnungen werden am 3. April und 30. Juni in Oakland nachgeholt.
Enttäuschung in Japan
"Bei den jetzigen politischen Verhältnissen wäre Spielern und Funktionären eine Reise nach Übersee nicht zuzumuten. Am Rande eines Krieges sollten Familien nicht eine halbe Weltreise voneinander entfernt sein", begründete MLB-Commissioner Bud Selig die unerwartete Maßnahme. Sein japanischer Kollege Hiromori Kawashi zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung: "Die japanischen Baseballfans freuten sich unheimlich auf dieses Ereignis. Deshalb kommt die Absage etwas unglücklich."
Derweil wird das populäre Turnier um die amerikanische College-Basketball-Meisterschaft (NCAA) wie geplant stattfinden. Die vierwöchigen Playoffs haben in der Nacht zum Mittwoch begonnen. Auch der Augusta National Golf Club will an der Austragung des diesjährigen Masters-Turniers (10. bis 13. April) festhalten.