Magic-Guard Bogans: Ende der Wanderschaft - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Magic-Guard Bogans Ende der Wanderschaft

Vier Mal musste Keith Bogans in den vergangenen vier Jahren den Club wechseln. Nun spielt er die beste Saison seines Lebens - und scheint endlich angekommen in der NBA. Das Basketball-Magazin "FIVE" erklärt den Aufstieg von Orlandos Shooting Guard.
Von Florian Pertsch
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vor Beginn der Saison waren sich die Experten einig: Die größte Schwäche der Orlando Magic ist die Position des Shooting Guards. Die Kandidaten: J.J. Redick, der Superschütze aus dem Team der legendären Duke-University? Zu unerfahren, zu unathletisch, zu oft verletzt.

Trevor Ariza (mittlerweile bei den Los Angeles Lakers)? Extrem athletisch, dafür ohne Sprungwurf und mit zu vielen Ballverlusten. Keith Bogans? Ein Wunder, dass dieser Typ ohne guten Wurf überhaupt in der Liga spielt.

Knapp zwei Monate später haben die Magic alle überrascht und mit einer Bilanz von 18:11 Siegen einen sehr guten Auftakt hingelegt. Und wer stand in allen Spielen (auch gestern bei der 91:103-Niederlage bei NBA-Primus Boston) als Shooting Guard in der Starting Five der Magic? Bogans. Der 27-Jährige hat sich im Vergleich zur vorigen Saison enorm gesteigert.

"Vergangenes Jahr wurde ich überhaupt nicht gecoacht", blickt Bogans auf die Saison 2006/2007 unter dem damaligen Magic-Coach Brian Hill zurück. "Dieses Jahr nehmen sie sich die Zeit, um mir zu erklären, was ich falsch mache. Das ist ein großer Unterschied, wenn du wirklich gecoacht wirst, anstatt einen Trainer zu haben, der nur den Mund verzieht, wenn er dich auswechselt."

Es scheint, als würde sich die Arbeit des neuen Magic-Trainers Stan Van Gundy vor allem bei Bogans auszahlen. Das ehemalige Sorgenkind trifft besser und nimmt viele Drei-Punkte-Würfe. Außerdem gelang es Bogans endlich, weniger Bälle zu verlieren. In den vergangenen Jahren hatte er sich noch im Schnitt 1,2 Ballverluste pro Spiel geleistet, in dieser Saison sind es deutlich weniger.

Dabei hatte sich in den vergangenen Jahren nicht unbedingt angedeutet, dass Bogans sich einmal bei einem Club etablieren würde. Vier Mal wurde er in vier Jahren von Team zu Team gereicht. Gedraftet wurde er 2003 von den Milwaukee Bucks, doch da sollte er nie spielen. Von seiner ersten Station Orlando führte der Weg über die Charlotte Bobcats und die Houston Rockets erneut nach Florida zu den Magic.

Dort hat er sich mittlerweile auch zu einem der besten Defensivspieler des Teams entwickelt: "Keith ist unser bester Außenverteidiger", sagte Coach Van Gundy, "außerdem reboundet er stark." Tatsächlich sind Bogans' rund vier Rebounds pro Spiel ein respektabler Wert für einen Shooting Guard. Es scheint, als wäre er nach Jahren der Wanderschaft endlich in der NBA angekommen.

Mehr lesen über