Mavericks-Historie: Retter aus Deutschland - DER SPIEGEL
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Mavericks-Historie Retter aus Deutschland

In den Neunzigern liegen die Dallas Mavericks am Boden. Wie gut, dass Ende des Jahrzehnts ein unbekannter Spieler aus Deutschland beim texanischen NBA-Club unterschreibt. Seither ging es steil nach oben. Das Basketball-Magazin FIVE blickt zurück.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

1994/1995: Die Drafts 1992, 1993 und 1994 bescherten Dallas die drei "Js" - Jim Jackson, Jamal Mashburn und Jason Kidd. Auch Tarpley kehrt nach drei Jahren Sperre zurück. Kein NBA-Duo bringt in dieser Saison mehr Punkte als Jackson (im Schnitt 25,7 Punkte) und Mashburn (24,1). Nur fünf Siege fehlen zur Teilnahme an den Playoffs.

1995/1996: Mashburns Knie geht kaputt, Tarpley wird mit Drogen erwischt, Folge: lebenslange Sperre. Kidd und Jackson sind extrem eifersüchtig, die 26:56-Bilanz erschreckend. 1996/1997 werden alle "Js" per Trade in die Wüste geschickt. Dafür kommen Don Nelson als Coach, Shawn Bradley und ein gewisser Michael Finley. Das Resultat: 24:58 Siege. 1997/1998 wird es mit 20:62 sogar noch schlechter.

1998/1999: Der Lockout verkürzt die NBA-Saison auf 50 Spiele, Nelson verpflichtet zwei Ausländer: einen Kanadier namens Steve Nash per Trade und einen Deutschen namens Dirk Nowitzki per Draft. Letzteren erklärt der Coach schon vor der Saison zum Rookie des Jahres – Nash und Nowitzki werden in ihrer ersten "Mavs"-Saison stellenweise gnadenlos ausgebuht.

2000/2001: Die Mavericks werden an einen Internetmilliardär Mark Cuban verkauft, der die Franchise umkrempelt. Auch in die Playoffs geht es erstmals wieder, Dallas eliminiert Utah 3:2 und scheitert dann an San Antonio (1:4).

2001/2002: Neues Logo, neue Halle (American Airlines Center). Der Titel soll her. Ein Trade bringt Nick Van Exel, Raef LaFrentz und Avery Johnson in die Stadt. 57 Siege später ist in den Playoffs zunächst Minnesota das Opfer, bevor Sacramento die "Mavs" mit ihren eigenen Waffen schlägt (4:1). Motto der Mavericks: Defense? Können die anderen spielen.

2002/2003: 14:0-Saisonstart, am Ende eine 60:22-Bilanz – die Mavericks sind nicht zu halten, bis sich Nowitzki gegen San Antonio in Spiel drei der West-Finals das Knie verdreht. Die Spurs setzten sich 4:2 durch.

2003/2004: Van Exel und LaFrentz sind raus, Antoine Walker und Antawn Jamison sind drin. Als Rookie kommt Josh Howard (29. Pick). Coach Nelson verabschiedet sich endgültig vom Gedanken, Defense zu spielen. Die Konsequenz: Erstrundenaus in den Playoffs gegen Sacramento (1:4).

2004/2005: Nash nimmt als Free Agent das bessere Angebot der Phoenix Suns an. Cuban hatte ihm weniger geboten, in dem Glauben, dass der Kanadier in den kommenden Jahren körperlich abbauen würde. Jamison und Walker werden nach nur einer Saison direkt wieder verschifft. Es kommen Erick Dampier, Jason Terry, Jerry Stackhouse und Devin Harris. Nach 66 Spielen tritt Nelson zurück und macht für Assistent Avery Johnson Platz.

2005/2006: Johnson drillt die Mavericks auf Defense. Nur sechs Teams kassieren in der Folge mehr Punkte als Dallas. 60 Siege fährt Dallas ein und erreicht die NBA-Finals! Nach einer 2:0-Führung liegen die "Mavs" in Spiel drei sechs Minuten vor Schluss noch mit 13 Punkten vorn. Egal. Miami gewinnt Spiel drei, vier, fünf und sechs. Der Trainer der Heat? Pat Riley, der Coach, der den Mavericks schon als Lakers-Übungsleiter in den Achtzigern den Weg in die Finals verbaut hatte.