NBA-Drafts Italiener Bargnani erste Wahl
Hamburg - "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin so aufgeregt und stolz, mein Land zu vertreten", sagte Bargnani, nachdem er von den Toronto Raptors, die sich als Tabellen-zwölfter nicht für die Playoffs qualifizieren konnte, verpflichtet worden war. Der 2,13 Meter große Forward, der seinen italienischen Club Benetton Treviso in diesem Monat zur Meisterschaft geführt hat, wird wegen seiner Spielweise und sicheren Distanzwürfe mit dem deutschen NBA-Star Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks verglichen. In der vergangenen Saison hatte der 20-Jährige eine Quote von 37 Prozent von der Dreipunkte-Linie.
"Er ist wirklich der beste Spieler für die Zukunft. Ich denke, er wird ein Star in der Liga", sagte Torontos Manager und Präsident Bryan Colangelo. In Italien kam der gebürtige Römer Bargnani zu Beginn der Saison noch wenig Einsatzzeit, entwickelte sich aber zu einem Schlüsselspieler und steuerte im Schnitt 11,6 Punkte zum Titelgewinn bei. "Ich hoffe, dass ich dem Team so schnell wie möglich helfen kann. Ich bin bereit", sagte er hinsichtlich seiner neuen Aufgabe, gibt aber auch zu: "Ich bin ein junger Spieler, ich weiß, dass es in einer neuen Liga auch schwierige Momente geben wird."
Bargnani ist erst der achte Spieler, der nicht aus den USA kommt, den sich ein Verein an erster Stelle bei den mit Spannung erwarteten Drafts ausgesucht hat. Das Draft-System in der NBA erlaubt es zunächst den Mannschaften, die in der abgelaufenen Saison schlecht platziert waren, sich talentierte Nachwuchsspieler auszusuchen. Damit soll in der Liga, in der es weder Auf- noch Absteiger gibt, die Ausgeglichenheit unter den Teams gewährleistet werden.
Damit nicht die abgeschlagenen Mannschaften gegen Ende der Saison absichtlich schlecht spielen, um sich eine gute Ausgangsposition für die Rekrutierung neue Spieler zu sichern, gibt es zudem eine Draft-Lotterie, die die Reihenfolge der Teams bestimmt, wer sich zuerst einen Spieler aus der Liste der Nachwuchsspieler aussuchen kann.
Der Italiener ist neben dem chinesischen Center Yao Ming von den Houston Rockets zudem erst der zweite Spieler, der an erster Stelle verpflichtet worden ist, allerdings nicht von einer amerikanischen Universität in die NBA kam. Als zweites Team, das einen Spieler auswählen durfte, suchten sich die Chicago Bulls LaMarcus Aldrigde (Texas) aus. Die Charlotte Bobcats, vorletzter der Eastern-Division, sicherten sich die Rechte an Adam Morrison aus Gonzaga.
guv/Reuters/AP