NBA-Finale: Miami siegt, Dallas poltert - DER SPIEGEL
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NBA-Finale Miami siegt, Dallas poltert

Miami ist nach einer erneuten Gala von Dwyane Wade nur noch einen Sieg vom NBA-Titel entfernt. Die Dallas Mavericks mussten sich zum dritten Mal nacheinander geschlagen geben - und beschwerten sich anschließend lautstark über die Schiedsrichter.
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Hamburg - Der Heat-Spielmacher verwandelte 1,9 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung die entscheidenden beiden Freiwürfe zum 101:100-Heimsieg. Insgesamt erzielte Wade gestern Nacht in der "AmericanAirlines Arena" 43 Punkte. Schon bei den beiden Erfolgen zuvor war der 24-Jährige der überragende Spieler auf dem Feld (42 und 36 Punkte). Wade hatte auch gestern bei noch verbliebenen 2,8 Sekunden der regulären Spielzeit getroffen und sein Team so in die Overtime gerettet. "Das war vermutlich eines der besten Spiele, bei denen ich dabei war", sagte Miamis Coach Pat Riley. Ein letzter Wurf der Mavericks durch Guard Gevin Harris über das halbe Feld hatte nichts mehr am Erfolg des Teams aus Florida ändern können.

In der Best-of-seven-Serie steht es nun 3:2 für Miami, das alle seine drei Heimspiele siegreich beenden konnte. Die nächste Partie am Dienstag in Dallas müssen die Mavericks nun unbedingt gewinnen, um das entscheidende siebte Spiel erzwingen zu können. In dieser finalen Finalbegegnung am Donnerstag hätte Dallas wiederum Heimrecht.

Mavericks-Forward Dirk Nowitzki enttäuschte erneut. Der Deutsche kam nur auf 20 Punkte und acht Rebounds. Bester Werfer der Texaner war Jason Terry mit 35 Zählern. Dem Spielmacher glückten vier Dreier. Josh Howard schaffte 25 Punkte, er vergab jedoch zwei Freiwürfe in der letzten Spielminute.

Bei Miami, das wie Dallas noch nie NBA-Meister war, erreichte Center Shaquille O'Neal 18 Punkte und zwölf Rebounds. Erneut bot der "Diesel" ein Bild des Jammers in punkto Freiwürfe: Von zwölf Versuchen setzte O'Neal zehn daneben. Besser machte es Wade: Der Jungstar verwandelte 21 seiner 25 Freiwürfe. Die beiden entscheidenden wurden ihm zugesprochen, nachdem Nowitzki ihn gefoult hatte. Der Dallas-Star hatte sein Team 9,1 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung 100:99 in Führung gebracht.

Mavericks-Coach Avery Johnson setzt nun ganz auf den Heimvorteil. "Unsere Fans werden eine verrückte Show veranstalten. Vor eigenem Publikum können wir sehr, sehr guten Basketball spielen." Mit dabei wird dann auch wieder Jerry Stackhouse sein. Der Guard war für die fünfte Partie wegen eines Fouls an O'Neal in Spiel vier nachträglich gesperrt worden.

Wade gibt sich optimistisch, das Finale gewinnen zu können, obwohl kein Team in der Endspielserie bislang auswärts bestehen konnte. "Wir können die Meisterschaft riechen", sagte er, "Dallas ist zwar sehr heimstark. Aber wir sind eine robuste Truppe voller Selbstvertrauen und brauchen uns deshalb nicht zu verstecken."

Für Aufregung sorgte wieder einmal Mavericks-Besitzer Mark Cuban. Der Milliardär, der von der Liga-Leitung schon etliche Strafen wegen Pöbeleien und anderer Ausraster erhalten hatte, rannte nach der Partie auf das Feld und beklagte sich über die Benachteiligung seines Teams. Bei der Auszeit der "Mavs" zwei Sekunden vor dem Ende sei nicht alles korrekt gewesen, tobte Cuban. Deshalb hätte Harris nur Zeit für einen Verzweiflungswurf gehabt.

Der Streit entzündete sich daran, zu welchem Zeitpunkt Dallas das Time-Out erhalten sollte. Die Schiedsrichter gaben die Auszeit vor Wades zweitem Freiwurf. Mavericks-Spieler Howard habe dies so verlangt. "Sogar zweimal", betonten die Offiziellen. Davon konnte keine Rede sein, sagte Coach Johnson. "Ich habe extra darauf hingewiesen, dass wir unsere Auszeit nach dem zweiten Freiwurf haben wollten. Warum sollten wir es anders machen?"

Doch die Schiedsrichter blieben bei ihrer Entscheidung - zum Nachteil der Gäste. Dallas musste nach Wades zweitem verwandelten Freiwurf den letzten Spielzug in der eigenen Hälfte starten und konnte nicht wie nach einer Auszeit üblich an der Mittellinie beginnen. Diese zusätzlichen Meter, die überbrückt werden mussten, kosteten Dallas wertvolle Zeit. Es reichte nicht mehr zum kontrollierten Aufbau eines Angriffs. Stattdessen musste Harris aus sehr weiter Entfernung werfen.

Als Zeichen des Protestes gegen die NBA-Führung hatte Cuban schon vor Spielbeginn ein Shirt mit Stackhouse-Schriftzug übergezogen. Den Clubchef hatte die Entscheidung der Disziplinarkommission, Stackhouse zu sperren, in Rage gebracht. O-Ton Cuban: "Meine Spieler wurden im Verlauf dieser Endspielserie unzählige Male von angeblich unbeabsichtigten Schlägen mit dem Ellbogen getroffen. Die Liga hat kein einziges Mal darauf reagiert." Es ist nicht anzunehmen, dass Cuban nach dem weiteren Vorfall besser über die NBA-Offiziellen denkt.

ach/dpa/AP/Reuters

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