NBA-Playoffs Traumstart für Nowitzki
Hamburg - Dallas besiegte die Memphis Grizzlies 103:93 und vermied damit einen Fehlstart wie in der vergangenen Saison gegen die Houston Rockets. Die entscheidenden Spieler bei den Mavericks waren zwei, die sich in der Vergangenheit in den Haaren gelegen hatten: Dirk Nowitzki und Erick Dampier. Der Deutsche erzielte 31 Punkte und holte 11 Rebounds, der Center kam auf 12 Zähler und 12 Rebounds. Nowitzki hatte im Conference-Halbfinale 2005 den bulligen Dampier wegen dessen ungenügender Verteidigungsarbeit kritisiert.
Die Entscheidung gegen die Grizzlies fiel 5:39 Minuten vor Ende der Partie, als Jason Terry (20 Punkte) einen 23:7-Lauf der Mavericks mit zwei Freiwürfen zum 100:82 abschloss. Die größte Enttäuschung in den Reihen von Memphis war der Spanier Pau Gasol. Der Forward blieb in der ersten Hälfte ohne einen einzigen Punkt, steigerte sich in den zweiten 24 Minuten jedoch. Am Ende standen 24 Zähler für ihn zu Buche. Die zweite Begegnung der Serie "best of seven" findet am Mittwoch ebenfalls in Dallas statt.
Auch Detroit startete mit einem Heimsieg in die Playoffs, musste aber einen personellen Rückschlag hinnehmen. Der Vizemeister gewann gegen den Vorrunden-Achten Milwaukee 92:74, dabei verletzte sich aber Guard Richard Hamilton. Der Verteidigungsspezialist knickte im letzten Viertel mit dem linken Knöchel um und muss um die restliche Saison zittern.
Zuvor hatte Hamilton Milwaukees besten Schützen Michael Redd (11 Punkte) ausgeschaltet und damit zum lockeren Sieg der Pistons beigetragen. "Mir war es egal, ob ich meine Schüsse treffe, solange Redd seine nicht trifft", sagte der Aufbauspieler, "wir alle wissen, dass er ein hervorragender Shooter ist". Neben Hamilton, der 21 Punkte erzielte, überragte Center Ben Wallace mit 17 Rebounds.
Doppel- und Dreifachdeckung
In Phoenix war es Allstar-Guard Steve Nash, der die Zitterpartie gegen die Los Angeles Lakers beendete. Nash erzielte eine Minute vor Schluss einen Dreier und sorgte für eine Sechs-Punkte-Führung der Suns, die Partie endete 107:102. Insgesamt kam der Kanadier auf 20 Punkte und 10 Assists. "Ich wollte nicht sehen, was passiert, wenn ich passe. Ich wollte einfach werfen", kommentierte Nash den Wurf. Tim Thomas, der erst vor zwei Monaten aus Chicago nach Phoenix gekommen war, machte mit 22 Zählern und 15 Rebounds vielleicht das beste Spiel seiner Karriere. "Das ist das, wofür man die ganze Zeit arbeitet", sagte Thomas.
Den Lakers reichte auch eine geschlossene Mannschaftsleistung nicht. Alle Spieler der Starting Five kamen auf doppelte Punktezahlen, der beste war Superstar Kobe Bryant (22). Doch der Guard litt unter der Doppel- und Dreifachdeckung, die ihm Phoenix-Coach Mike D'Antoni verordnet hatte ("Wir machen so was normalerweise nicht, aber Kobe ist eben ein sehr spezieller Spieler"). Auch Bryant machte das für seine vergleichsweise schlechte Punkteausbeute verantwortlich. "Ich musste viele Schüsse nehmen, die nicht wirklich frei waren", erklärte der beste Schütze der Regular Season (35 Punkte im Schnitt).
Für die Überraschung der Nacht sorgte Indiana, das als einziges Team einen Auswärtssieg feiern konnte. In New Jersey gewannen die Pacers 90:88 dank zweier in der letzten Sekunde verwandelter Freiwürfe von Anthony Johnson. Johnson, ausgerechnet ein ehemaliger Spieler der Nets, war auf dem Weg zum Korb von Nets-Center Nenad Krstic gefoult worden. "Johnson ist ein Mann, auf den man sich verlassen kann", lobte Pacers-Coach Rick Carlisle. Bester Werfer seines Teams war Stephen Jackson mit 18 Punkten.
Verantwortlich für New Jerseys Niederlage: Spielmacher Jason Kidd blieb deutlich hinter seinen Leistungen der Regular Season zurück. Lediglich fünf Punkte, vier Rebounds und acht Assists standen auf dem Scoreboard. Forward Vince Carter erfüllte hingegen die Erwartungen und kam auf 31 Zähler.
goe