NBA-Profi Swift Der picklige Teenager von nebenan
Medienrummel, Posen vor der Kamera und Interviews sind beim Treffen der besten Highschool-Basketballer, dem "EA Roundball Classic", jedes Jahr angesagt. Als Robert Swift dort vor zwei Jahren auftauchte, interessierte sich allerdings niemand für ihn. Er sah beim Fotoshooting zwischen Marvin Williams, Dwight Howard, Josh und J.R. Smith und anderen hochgelobten Wunderkindern deplatziert aus. Wie ein pickliger Teeanager von nebenan.
Doch nach der Schlusssirene des Spiels in Chicago war selbst dem Hausmeister klar: "Swift ist der Matchwinner." 17 Punkte, 12 Rebounds und 4 Blocks legte der damals 18-Jährige auf.
"Mach doch was Vernünftiges, geh aufs College", hatte ihm seine Mutter danach geraten. Kein schlechter Tipp, doch Swift hatte in seinem letzten Highschool-Jahr einen Schnitt von 18,8 Punkten, 15,9 Rebounds und 6,2 Blocks pro Spiel produziert. Solche Statistiken sind heutzutage die beste Eintrittskarte in das Millionentheater NBA.
"Es ging mir nie um Geld oder Ruhm. Es war einfach immer ein großer Traum von mir", begründete Swift seine Entscheidung für die Anmeldung zur Draft 2004. Er hoffte darauf, dass hier eines der 30 Teams sich für ihn entscheiden würde. Und tatsächlich, die Seattle Supersonics wählten den Teenager an zwölfter Stelle. So landeten die rothaarigen 2,13 Meter in der besten Basketball-Liga der Welt.
Die Sonics, schon länger auf der Suche nach einem fähigen Center, zeigten sich beeindruckt von Swifts Bewegungen am Zonenrand, der flinken Fußarbeit sowie seiner Verteidigungstiming. Doch für das athletische Spiel in der NBA war das bei weitem nicht genug. So kam Swift in der vergangenen Saison gerade auf 16 Einsätze (4,5 Minuten im Schnitt), schlechte Statistiken waren die Folge.
Auch zu Beginn dieser Spielzeit wurde "Big Rob" in die hinterste Ecke der Bank verbannt. Ein Schlag ins Gesicht, denn die Sonics kassierten eine Niederlage nach der anderen. Ein neuer Coach (Bob Hill) musste her. Der gibt seither der Jugend eine Chance - und die Jugend dankt es ihm. Hill nominierte Swift gar erstmals beim Auswärtsspiel bei den Phoenix Suns für die Anfangsformation. Resultat: 15 Zähler sowie sieben Rebounds in 38 Minuten - und ein Sieg. Robert Swift hat es tatsächlich geschafft: vom Nobody in die Startaufstellung einer NBA-Mannschaft.