NBA-Titelanwärter Boston: Rondo infernale - DER SPIEGEL
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NBA-Titelanwärter Boston Rondo infernale

An Stars mangelt es Boston kommende Saison nicht. Die Neuen Garnett und Allen sowie Celtics-Ikone Pierce sollen dem Rekordmeister einen weiteren Titel bescheren. Spielmacher ist mit Rajon Rondo ein Jungspund. Das Magazin "FIVE" stellt den 21-Jährigen vor.
Von Daniel Krettek
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Zu Beginn seiner Rookie-Saison durfte Rajon Rondo nur selten sein Können unter Beweis stellen. Celtics-Coach Doc Rivers vertraute auf der eins statt dem 21. Pick der Draft 2006 vornehmlich Sebastian Telfair und Delonte West. Rondos Einsatzzeiten als Spielmacher waren extrem schwankend: Auf 20 Minuten Spielpraxis folgte nicht selten ein "DNP" im Boxscore. "Did not play".

Zugegeben, die ehemalige Wildkatze (Rondo spielte bei den Kentucky Wildcats) lieferte kaum Argumente, die eine größere Rolle in der Rotation unabdingbar gemacht hätte. Sein Wurf ist unkonstant, seine Dreier sitzen selten (nur 20,7 Prozent Trefferquote). Einzig seine starke Verteidigung (durchschnittlich 1,6 Steals in 23,5 Minuten) sichert dem 1,85 Meter großen Athleten gelegentliche Spielanteile.

So schwach die erste Profisaison für den 21-Jährigen begann, so stark endete diese. Nach vielen Verletzungen im Backcourt und weil die Celtics die Saison früh zugunsten der Draft 2007 abschreiben, fand sich Rondo vermehrt in der ersten Fünf. In zehn Spielen als Starter produzierte der Pointguard im April in 37 Minuten pro Abend 13,0 Punkte, 5,8 Rebounds, 5,5 Assists und 2,5 Steals. "Je mehr er spielt, desto größer wird sein Selbstvertrauen", lobt Celtics-Topscorer Paul Pierce, "wann immer er Spielzeit erhält, zeigt er, was er draufhat."

Nach den Topdeals, die die All Stars Ray Allen von den Seattle SuperSonics und Timberwolf Kevin Garnett zum Rekordmeister brachten, ist es an Rondo, seinen Beitrag zum großen Wurf zu leisten. Das Ziel in Massachusetts ist die Meisterschaft. Das Dreigestirn Garnett/Pierce/Allen hat vermutlich noch drei, maximal vier Jahre, in denen der 17. NBA-Titel gefeiert werden soll.

West und Telfair wurden nach Seattle beziehungsweise Minnesota getauscht. Folgen keine weiteren Trades, und kommen keine Veteranen für kleines Geld, wird Rondo auf der Position des Aufbauspielers praktisch konkurrenzlos sein.

Angst vor der großen Aufgabe kennt er keine. "Ich bin bereit, die Führungsrolle zu übernehmen", sagt Rondo. "Wenn ich mit meinen Teamkollegen spiele, sind wir alle nur Basketballer. Ich achte dann nicht darauf, wie häufig sie schon All Stars waren oder wie lange sie bereits in der NBA sind. Ich muss sie führen, egal ob es Paul Pierce ist oder unser Rookie Gabe Pruitt."

Zudem ist sich Rondo bewusst, dass er an seinem Wurf arbeiten muss. Deshalb nimmt der 80 Kilogramm leichte Aufbauspieler zurzeit täglich einige hundert Würfe. "Wenn Rajon lernt, konstant zu treffen, werden sich seine offensiven Möglichkeiten deutlich verbessern", sagt Coach Rivers. Klar ist: Rondo wird dank der Big Three viele offene Würfe bekommen. Sein künftiger Erfolg liegt also einzig und allein in seiner Hand.

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