NFL Super Bowl, sportlich gesehen
Hamburg - Mit mehr als 14 Punkten Vorsprung, so lautet der Durchschnittstipp in den Wettstuben, werden die "Rammböcke" ihre Konkurrenz von der Ostküste überrollen. Doch wie in so vielen Super Bowls zuvor hat der Außenseiter natürlich auch die Chance zum Sieg.
Schon beim Halbfinale in Pittsburgh hatte kaum jemand auf die Patriots gesetzt. New England indes spielte gewohnt sicher und gewann schließlich mit 24:17. Daher heißt das erste Patriots-Gebot gegen St. Louis: Bloß nicht den Ball verlieren, also Fumbles (Ballverluste) oder Interceptions (Fehlpässe) vermeiden, und das Laufspiel der Rams stoppen.
Die Rams sind nämlich nur dann wirklich gut, wenn ihr Runningback Marshall Faulk konstant Raumgewinn verbuchen kann. Zwar verfügen die Patriots rein statistisch gesehen über keine gut Laufverteidigung (nur an 21. Stelle der NFL), im Halbfinale schalteten sie aber das beste Laufspiel der Liga, das der Pittsburgh Steelers, komplett aus.
Wenn Marshall Faulk den Ball nicht in die Endzone tragen kann, müssen die Rams auf Pass-Spiel setzen. Quarterback Kurt Warner beherrscht das Werfen des Balles zwar wie kein anderer in der NFL, aber der Rams-Star ist angeschlagen (Rippenverletzung). Und auch Warner wirft unter Druck gerne mal zum Gegner.
"The greatest Show on Earth"
Im Normalfall aber sind die Rams einfach zu stark für die Patriots, weil es schwierig ist, ihre beeindruckende Offensive, "the greatest Show on Earth" genannt, stoppen kann: Marshall Faulk für das Laufspiel, Kurt Warner als Quarterback, Receiver wie Torry Holt oder Isaac Bruce für großen Raumgewinn. Der Angriff von St. Louis ist variantenreich und deshalb kaum auszurechnen.
Bliebe die Defensive, die lange Zeit als Schwachpunkt der Rams galt. In den Playoffs spielten zuletzt jedoch besonders Linienspieler Grant Wistrom und Rückraumverteidiger Aeneas Williams wie von einem anderen Stern. Die Abwehr aus St. Louis sorgte in nur zwei Spielen für sagenhafte zehn Turnover des Gegners.
Und schließlich kommt auch der Austragungsort den Rams entgegen: Der Louisiana Superdome ist wie gemacht für ihre Offensive. Auf dem knallharten Kunstrasen von New Orleans hat die schnellere Mannschaft die besseren Gewinnchancen, und das ist eindeutig St. Louis. Zudem tragen die Rams ihre Heimspiele ebenfalls in einer Halle aus, New England tritt zu Hause auf konventionellen Rasen an.