NHL Red Wings holen Stanley Cup
Hamburg Die Red Wings gewannen mit einem 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)-Erfolg bei den Pittsburgh Penguins die Best-of-seven-Serie 4:2 und wurden zum elften Mal Champion der NHL. Zuletzt hatte Detroit den Stanley Cup 2002 geholt.
Mehr Titel als Detroit haben nur die beiden kanadischen Teams Montreal Canadiens (24) und Toronto Maple Leafs (13). Pittsburgh schaffte es dagegen nicht, bei der ersten Finalteilnahme seit 16 Jahren den Cup zum dritten Mal nach 1991 und 1992 zu gewinnen.
Das Besondere am Erfolg ist die Tatsache, dass mit den Red Wings erstmals in der Geschichte der NHL ein Club Meister wurde, der als Kapitän einen Europäer hat. "Ich bin sehr stolz", sagte der Schwede Nicklas Lidström, der die Trophäe von NHL-Commissioner Gary Bettman überreicht bekommen hatte.
Lidström spielt seit 1991 für die Red Wings, der 38-jährige Verteidiger hatte bereits 1997, 1998 und 2002 den Stanley Cup gewonnen. Damals war er noch nicht Teamführer. Detroits General Manager Ken Holland lobte Lidström in höchsten Tönen: "Er ist schon lange da und wir haben nie die Playoffs verpasst. Ein großartiger Spieler."
Brian Rafalski (6. Minute) und Valtteri Filppula (29.) hatten Detroit 2:0 in Führung gebracht, ehe Jewgeni Malkin (36.) verkürzen konnte. Henrik Zetterberg (47.) sorgte mit seinem Treffer wieder für den Zwei-Tore-Vorsprung der Red Wings. Der Schwede wurde auch zum "wertvollsten Spieler" (MVP) der Playoffs gewählt.
Pittsburgh, das von seinem erst 20 Jahre alten Kapitän Sidney Crosby angeführt wurde, kam in der mit 17.132 Zuschauern ausverkauften Mellon Arena 87 Sekunden vor dem Spielende durch ein Überzahltor von Marian Hossa auf 2:3 heran. Der Ausgleich, der die Verlängerung bedeutet hätte, glückte dem Meister der Western Conference aber nicht mehr.
Letzte 10 NHL-Meister
| 2011 | Boston Bruins |
| 2010 | Chicago Blackhawks |
| 2009 | Pittsburgh Penguins |
| 2008 | Detroit Red Wings |
| 2007 | Anaheim Ducks |
| 2006 | Carolina Hurricanes |
| 2005 | keine Meisterschaft |
| 2004 | Tampa Bay Lightning |
| 2003 | New Jersey Devils |
| 2002 | Detroit Red Wings |
Die Penguins hatten das sechste Spiel mit einem 3:2-Auswärtssieg am Montag erzwungen. Die Partie, die erst in dreimaliger Overtime entschieden wurde, war die fünftlängste der NHL-Geschichte.
Der Meistertitel für Pittsburgh nach einem 1:3-Rückstand wäre eine echte Sensation gewesen. Vor 66 Jahren hatten die Toronto Maple Leafs eine Serie trotz eines 1:3 noch gedreht.
"Der Eishockey-Gott war nicht auf unser Seite", klagte Penguins-Coach Michel Therrien, "zu verlieren tut verdammt weh, wir waren so nah dran." Aber nicht nah genug. Am Ende siegte die reifere Mannschaft: "Zu gewinnen hat auch viel mit Erfahrung zu tun", so Lidström.
ach/Reuters/AP/dpa