Pistons-Debütant Stuckey Gewaltiger Einsteiger
"Angeekelt" sei er, sagte Joe Dumars nach dem Playoff-Aus seiner Pistons gegen den späteren Meister Boston Celtics (2:4). Und deswegen werde es große Veränderungen im Kader geben, legte der General Manager nach. Nur eine Ausnahme gebe es - Rodney Stuckey. Eine Ansage, die nachhallt.
Inmitten dreier All Stars (Pointguard Chauncey Billups, Shooting Guard Richard "Rip" Hamilton und Forward Rasheed Wallace) und zahlreicher Routiniers ist der Rookie der offiziell einzig unverkäufliche Posten im Pistons-Lager.
Verdient hat sich Stuckey diese besondere Position mit einer soliden regulären Saison, aber vor allem mit einer Playoff-Serie: 13 Punkte in 17 Minuten in Spiel zwei der Finalserie der Eastern Conference gegen Boston.
"Ich fand, dass Stuckey uns richtig Probleme gemacht hat. Er war der X-Faktor des Spiels", lobte Celtics-Forward Paul Pierce Stuckey nach der ersten (und insgesamt einzigen) Heimniederlage der Celtics in der Postseason (103:97).
Und auch fortan war der Ball bei "Hot Rod", so Stockeys Spitzname, immer in guten Händen, wenn die Pistons einen Energieschub von der Bank brauchten oder der angeschlagene Billups eine Pause benötigte.
17 Punkte, vier Assists und vier Steals erzielte Stockey in Spiel drei, konnte die 80:94-Heimniederlage allerdings nicht verhindern. 13 Punkte waren es in der fünften Partie, die Boston daheim 106:102 gewann. Sechs Spiele hielt der 22 Jahre alte Pointguard dem Playoff-Druck stand. Genau diese Abgezocktheit hatte Dumars besonders imponiert, als er sich ein Jahr zuvor auf die Draft vorbereitete.
An der Eastern Washington University hatte Stuckey in seinem letzten Jahr durchschnittlich 24,6 Punkte, 5,5 Assists und 4,7 Rebounds abgeliefert. Und doch gab es Zweifel an der NBA-Tauglichkeit des 1,96 Meter großen Mannes, der schließlich kein reiner Aufbauspieler war.
"Zu klein für die zwei, zu schussfreudig für die eins", hieß es. Dumars dagegen sah ein vielseitiges Jungtalent, das je nach Situation den Ball verteilen oder auch punkten könnte. Er sah den Frischling mit Billups an der Seite als perfektes Guard-Gespann auflaufen.
An 15. Stelle der Draft 2007 schlug Dumars daher zu und gab Stuckey einen Vertrag bis 2012. Er hat es nicht bereut. Stuckey, der neben Athletik und einem massigen Körper die nötige Übersicht hat, festigte in den Playoffs seinen Status als Hoffnungsträger und avancierte zum derzeit einzigen Fixpunkt in Detroit.