Spurs-Forward Finley Der alte Mann will noch einen Ring
Nowitzki, Nash und Finley: Das sind die Namen, die vor gar nicht allzu langer Zeit in Dallas für die Hoffnung standen, eine Meisterschaft zu gewinnen. Doch die "Big Three", die unter Coach Don Nelsons Spielsystem "Run-and-Gun" aufblühten, sind Geschichte eine ebenso unterhaltsame wie titellose.
Als Finley 2005 zu den San Antonio Spurs ging, landete er wieder bei einem Meisterschaftsanwärter. Der Wechsel ist genau geplant. Während seine ehemaligen Mannschaftskollegen aus Kanada (Nash) und Deutschland (Nowitzki) individuelle Auszeichnungen wie MVP-Titel ("wertvollster Spieler") und All-Star-Berufungen sammeln, ist Finleys Ziel nur noch der Meistering.
Sicher, zweimal All Star und kurzfristig Mitglied des Team USA war der Flügelspieler auch. Nie verfügte Finley jedoch über das MVP-Talent seiner zwei prominenten Kollegen aus der Zeit bei den Mavericks. Trotzdem war der mittlerweile 34-Jährige zum Zeitpunkt des Wechsels nach wie vor in der Lage, jeder NBA-Mannschaft als Verstärkung zu dienen.
Das wussten sie auch in San Antonio, wo die Verantwortlichen von jeher genau hinschauen, welche Basketball-Senioren sie den jüngeren Stars zur Seite stellen: die Abwehrwaffe Bruce Bowen, Robert Horry und Finley. Und während die Jungspunde zwischendurch ihre Wehwehchen haben, spielen in der regulären Saison 2006/2007 nur zwei Spurs-Profis alle 82 Spiele: Bowen und Finley.
2006 will es die Ironie der Sportgeschichte, dass Finley mit den Spurs im Conference-Halbfinale in sieben Spielen und der besten Serie der jüngeren Zeit gegen Dallas ausscheidet. Ein Jahr später, in diesem Sommer, kann der 2,01 Meter große Finley sich dann doch den Ring über den Finger streifen seine Mannschaftskollegen schenken ihm sogar den Spielball der letzten Partie gegen Cleveland. Zwölf Saisons in der NBA bei Phoenix, Dallas und San Antonio mit einem Gesamtdurchschnitt von 17,3 Punkten verschaffen nun mal auch unter Kollegen Respekt.
NBA-Resultate
| Miami - Washington | 91:104 |
| LA Lakers - San Antonio | 102:97 |
In der aktuellen Saison ist Finleys Spielzeit zurückgegangen. Doch er sorgte mit dafür, dass die Spurs (17 Siege/5 Niederlagen) hinter den Boston Celtics (18/2) derzeit zweitbestes Team der NBA sind.
Die beiden letzten Partien gingen freilich verloren. Nach dem 84:96 bei den Golden State Warriors gab es auch in Los Angeles nichts zu holen: Die Lakers (13 Siege/8 Niederlagen) gewannen gestern Abend 102:97. Beim Sieger erzielte Kobe Bryant 30 Punkte, Finley kam auf elf.
Grund für die neuerliche Pleite der Spurs war, dass mit Forward Tim Duncan und Spielmacher Tony Parker gleich zwei Leistungsträger wegen Verletzungen fehlten. Die beiden leiden an Knöchelblessuren, werden aber bald wieder spielen können. Duncan darf sogar auf einen Einsatz morgen gegen Denver hoffen.