Super Bowl Duell der Kontraste
Detroit - Wie immer ist dieses Footballspiel ein gewaltiges Spektakel - nicht nur in den USA. Auch wenn eine Eintrittskarte 400 Dollar und mehr kostet, ist das Ford Field in Detroit mit 75.000 Zuschauer seit Wochen ausverkauft. Schätzungsweise werden weiltweit eine Milliarde Fans vor den Fernsehgeräten sitzen, wenn in der Nacht zum Montag (ab 0.00 Uhr/ARD) der Anstoß zum 40. Super Bowl erfolgt.
Superbowl: Wenn die Haare zu Berge stehen
Viele ältere Zuschauer werden dabei vor allem den Steelers die Daumen drücken. Das Team steht wie nur wenige NFL-Teams sonst für Tradition und Bodenständigkeit: Seit 75 Jahren gehören die Steelers der Familie Rooney. Die Mannschaft gilt als "Team of the 70s". Denn in den siebziger Jahren schafften die Steelers vier Super-Bowl-Siege in sechs Jahren.
Mit einem fünften Sieg könnte Pittsburg zu den Rekord-Champions San Francisco 49ers und Dallas Cowboys aufschließen. Bill Cowher ist seit 14 Jahren verantwortlicher Headcoach der "Schwarz-Goldenen" und damit dienstältester Trainer der NFL. Die Mannschaft wird angeführt von Quarterback Ben Roethlisberger.
Im Gegensatz zu den Steelers sind die Seattle Seahawks noch richtige Frischlinge. Sie feierten gerade erst ihren 30. Geburtstag und dürfen sich nun über die erste Final-Teilnahme freuen. 1997 übernahm Microsoft-Mitbesitzer und Multi-Milliardär Paul Allen die Mannschaft. Er baute ein neues Stadion und verpflichtete mit Mike Holmgren 1999 einen erfahrenen Coach. Die Investitionen zahlen sich nun aus: Mit der Bilanz von 14:2-Siegen dominierte das Westküsten-Team die Liga und zog ins Finale ein. Großen Anteil daran hatte Runningback Shaun Alexander. Er war mit 28 Touchdowns und 1880 Laufyards zum MVP (wertvollster Spieler) der regulären Saison gewählt worden.
Die Steelers waren hingegen Anfang Dezember schon so gut wie ausgeschieden. "Seitdem haben wir sieben Endspiele gehabt. Jede Niederlage wäre das Aus gewesen", sagt Cheftrainer Cowher, dessen Team auf Rang sechs gerade noch in die Playoffs rutschte. Mit drei Auswärtssiegen bei den Topfavoriten Cincinnati, Denver und Indianapolis jene Mannschaft mit der besten Bilanz nach der regulären Saison, legte Pittsburgh eine in 85 NFL-Jahren noch nie gesehene Erfolgsserie hin. Das Finale in Detroit ist der Lohn.
Aber das Team will noch mehr, besonders der erst 23 Jahre alte Roethlisberger: "Wir wollen jetzt auch den ganz großen Wurf landen. Wer weiß, wann wir die nächste Chance bekommen?"
pav/dpa