Superbowl: Alexander der Große gegen "Big Ben" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Superbowl Alexander der Große gegen "Big Ben"

Wenn in der Nacht zum Montag im Superbowl Pittsburgh auf die Seattle trifft, werden die Augen besonders auf zwei Akteure gerichtet sein: Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger und Seahawk-Runningback Shawn Alexander. Für einen anderen Profi könnte ein großer Traum wahr werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Detroit - Für Jerome Bettis von den Pittsburgh Steelers wird das Aufeinandertreffen mit Seattle das letzte Spiel seiner Karriere - ausgerechnet in seiner Heimatstadt. "Alleine hier zu sein und dabei zu sein, ist ein Traum", sagt der Runningback, den die Fans wegen seiner kompakten Figur schlicht "Der Bus" nennen: "Was es hieße, zu gewinnen, darüber denke ich lieber nicht nach."

Fotostrecke

Superbowl: Wenn die Haare zu Berge stehen

Foto: AP

Bei den Buchmachern ist dieses Szenario gar nicht so unwahrscheinlich. Nach ihren starken Leistungen in den Playoffs gelten die Steelers inzwischen als vermeintlich sichere Bank und werden als 2:1-Favorit gehandelt.

Den Profis winkt neben einer angesichts der NFL-Gehälter eher mickrigen Siegprämie in Höhe von 73.000 Dollar pro Kopf einer der begehrten Super-Bowl-Ringe, die ihren Eigentümern in den USA ein Leben lang Volkshelden-Status garantieren. Dementsprechend heiß sind beide Teams. "Wer das Endspiel verliert, ist nichts weiter als eine Nummer in den Statistiken. Jeder meiner Spieler wird sich den Hintern aufreissen, um den Titel nach Pittsburgh zu holen", beschreibt Steelers-Coach Bill Cowher die Stimmungslage in seiner Mannschaft.

Die Steelers setzen im Finale auf ihre in den vergangenen Wochen besonders erfolgreiche Verteidigungsreihe und Quarterback Ben Roethlisberger. "Big Ben" wäre mit 23 Jahren der jüngste Spielmacher, dem der Titelgewinn gelänge. Pittsburgh vollbrachte es als erstem Team überhaupt, von Platz sechs nach der regulären Saison noch ins Finale einzuziehen. In den Playoffs avancierte man mit Auswärtssiegen bei den Cincinnati Bengals, den Indianapolis Colts und den Denver Broncos zum Favoritenschreck.

Die Luxusloge kostet 175.000 Dollar

Bei den Seahawks gibt man sich derweil bescheiden. Immerhin verfügt das Team mit Runningback Shaun Alexander über eine starke Offensivwaffe. Doch ob "Alexander der Große" im Alleingang den Titel holen kann, scheint fraglich. Sollte die Überraschung trotzdem gelingen, wäre Seattles Coach Mike Holmgren der erste Trainer, der den Superbowl mit zwei verschiedenen Clubs gewonnen hat. Seinen ersten Erfolg feierte er 1997 mit den Green Bay Packers.

Zuschauer in 181 Ländern können das Spektakel verfolgen. Wer es sich allerdings erlauben kann, sitzt nicht vor dem TV, sondern in einer der 175.000 Dollar teuren Luxuslogen. Auch wenn die Einwohner einer Kleinstadt in der Nähe von Pittsburgh nicht über derartigen Finanz-Spielraum verfügen, sind sie ihrem Team näher als so mancher Stadionbesucher. Seit 1781 fand man die Gemeinde unter dem Namen Washington auf der Landkarte. Zu Ehren des Heimatvereins benannte der amtierende Bürgermeister die 3000 Seelen-Gemeinde kurzerhand in Steelertown um.

pav/sid/dpa

Mehr lesen über