Utah-Profi Harpring: Dirigent des Jazz-Orchesters - DER SPIEGEL
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Utah-Profi Harpring Dirigent des Jazz-Orchesters

Beim NBA-Club Utah Jazz sind sie froh, Matthew "Matt" Harpring im Kader zu haben. Der 30-jährige Basketballer spielt konstant auf hohem Niveau und ist einer der Teamleader. Wie gut wäre Harpring bloß, wenn er gesunde Knie hätte?
Von Jan Schmitt
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jeden Sommer spult Matthew Joseph Harpring das selbe Programm runter: Pumpen, was die Muskeln hergeben, Sprinteinheiten und ungezählte Schüsse in der Trainingshalle. "Ich betrachte die spielfreie Zeit wie einen Job", sagt Harpring, die personifizierte Gym-Rat. "Ich gehe morgens aus dem Haus und komme nicht vor sieben Uhr abends heim. Es ist wie eine Sucht, ich will mich ständig verbessern."

Eine Einstellung, die sich jeder Trainer von seinen Spielern wünscht und die auch vom Management der Utah Jazz honoriert wird. Obwohl Harpring in den vergangenen drei Jahren 66 Spiele wegen seiner Knieprobleme verpasste, bekam er im Juli dieses Jahres einen neuen Vertrag: 25 Millionen Dollar für vier Jahre sind den Jazz Harpings Dienste wert.

Dabei ist Harpring nur über Umwege zum Basketball gekommen. In seinem Seniorjahr an der Marist Highschool in Atlanta wird dem Footballer während der Offseason langweilig – er fragt den Basketball-Coach, ob er denn mal mittrainieren könne - und schafft sofort den Sprung ins Team. "Nach meinem ersten Spiel dachte ich nur: 'Wow, das ist ja viel einfacher als Football'", so der 2,01 Meter große Guard, der zuweilen auch als Forward agiert. Eine einzige Saison im Basketballteam genügte, um die Scouts der großen Colleges von Harprings Talent zu überzeugen. Trotz der Offerten blieb er seiner Heimat Atlanta treu - die "Georgia Tech" wird sein akademisches und sportliches Zuhause.

Nach vier Jahren, in denen er durchschnittlich 17,9 Punkte und 8,0 Rebounds pro Spiel abliefert, wird sein Trikot mit der Nummer 15 unter die Hallendecke gezogen (eine besondere Ehre, diese Nummer wird nicht mehr an andere Spieler vergeben; die Red.). Wenige Monate später wählen ihn die Orlando Magic an 15. Stelle der 1998er-Drafts. Alles scheint perfekt zu laufen, wären da nicht die Knie, die ihm häufig Probleme bereiten.

Auf eine solide Rookie-Saison (im Schnitt 8,2 Punkte und 4,3 Rebounds pro Spiel) folgt der erste große Rückschlag: Gerade einmal vier Partien kann er in der Spielzeit 1999/2000 absolvieren. Harpring wird nach Cleveland und ein Jahr später nach Philadelphia abgegeben. Trotz ordentlicher Leistungen (ein Schnitt von 11,6 Punkten/6,0 Rebounds pro Spiel in dieser Zeit) kommt der Umzugswagen der Harprings nicht zum Stehen.

Im Sommer 2002 geht's nach Salt Lake City. Hier scheint die Odyssee allerdings endlich ein Ende zu haben. Im Schnitt 15,0 Punkte und 6,2 Rebounds macht er seitdem als Jazzer pro Spiel. Zahlen, die Coach Jerry Sloan gerne auch künftig lesen würde. Und so betet jeder Basketballfan in dem Mormonenstaat, dass Harprings Knie halten mögen.

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