Eishockey-WM Tschechien sensationell gescheitert
Kollektives Entsetzen: Tschechiens Kufencracks nach der Pleite gegen die USA>Prag - Mit 2:3 (0:0, 2:1, 0:1, 0:1) unterlagen die Tschechen den USA und verpassten wie 2002 die Runde der letzten Vier. Der Mannheimer DEL-Profi Andy Roach verwandelte den entscheidenden Penalty.
Die US-Amerikaner erreichten erst zum dritten Mal seit 1995 das Semifinale, in dem sie am Samstag auf den siebenmaligen Titelträger Schweden treffen.
Die "Tre Kronors" hatten beim 4:1 (3:0, 0:0, 1:1) gegen den deutschen Vorrundengegner Lettland keine großen Probleme. Die beiden weiteren Halbfinalisten werden am Donnerstag zwischen Titelverteidiger Kanada und Finnland (16.15 Uhr) sowie zwischen der Slowakei und der Schweiz (20.15 Uhr/beide live im DSF) ermittelt.
Tschechen verspielten 2:0-Führung Vor 17.360 Zuschauern in der ausverkauften Sazka-Arena in Prag hatte das tschechische Starensemble um NHL-Topverdiener Jaromir Jagr Glück, dass es im ersten Drittel gegen die starken Amerikaner nicht in Rückstand geriet. Verteidiger Jiri Slegr musste sogar für seinen bereits geschlagenen Torhüter Tomas Vokoun auf der Linie retten.
Nach der 2:0-Führung durch Martin Skoula (24.) und Jagr (27.), der sein fünftes WM-Tor erzielte, verkürzte Richard Park mit seinem vierten Turniertreffer für den letztjährigen WM-13. (31.).
Erik Westrums Schuss von der blauen Linie fälschte ein tschechischer Verteidiger zum Ausgleich ins eigene Tor ab (52.). Nach der torlosen Verlängerung und zahlreichen Fehlschüssen im Penaltyschießen behielt Roach, einziger DEL-Profi im Aufgebot der USA, dann kühlen Kopf und wurde anschließend euphorisch gefeiert.
Schweden ohne Probleme
Stunden zuvor hatten 15.920 Fans eine klar dominierende schwedische Mannschaft gesehen, die schon im ersten Drittel für klare Verhältnisse sorgte.
Jonas Höglund (3.) und Dick Tärnström (20.) trafen für das Team des früheren Kölner, Münchner und Düsseldorfer Meistertrainers Hardy Nilsson jeweils in 5:3-Überzahl, NHL-Star Daniel Alfredsson von den Ottawa Senators überwand den lettischen Torhüter Arturs Irbe gar in Unterzahl (16.).
Nach dem 1:3 durch den Ex-Nürnberger Viktors Ignatjevs (42.) in 5:4-Überzahl durften die Letten, die zum dritten Mal nach 1997 und 2000 das Viertelfinale erreicht hatten, noch einmal hoffen.
Doch dem Team des früheren schwedischen Nationaltrainers Curt Lindström, der 1995 mit Finnland in Stockholm Weltmeister geworden war, gelang nicht mehr die Wende. Ein Unterzahltreffer des NHL-Profis Per-Johan Axelsson von den Boston Bruins (50.) entschied die Partie endgültig.