Eisschnelllauf: Famose Rückkehr von Anni Friesinger - DER SPIEGEL
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Eisschnelllauf Famose Rückkehr von Anni Friesinger

Über drei Kilo hatte Anni Friesinger nach einem hartnäckigen Magen-Darm-Virus abgenommen und musste deshalb am vergangenen Wochenende auf die Mehrkampf-WM in Schweden verzichten. Nun ist die fesche Inzellerin auf furiose Weise in den Weltcup zurückgekehrt.
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Baselga di Pine - Anni Friesinger hat ein fulminantes Comeback auf der Eisschnelllauf-Bühne gefeiert. Eine Woche nach der krankheitsbedingt verpassten Titelverteidigung bei der Allround-WM gelang der Olympiasiegerin aus Inzell ein beeindruckender Doppelsieg beim Weltcup im italienischen Alpenort Baselga di Pine.

Nach dem klaren Erfolg der Weltrekordlerin über 1500 Meter in 2:01,35 Minuten setzte sich Friesinger überraschend auch über Claudia Pechsteins Paradestrecke 3000 Meter in 4:11,04 Minuten durch. Die Berlinerin wirkte eine Woche nach WM-Silber von Göteborg müde und verpasste als Zweite in 4:14,77 den vorzeitigen Gewinn ihres ersten Gesamt-Weltcups und von 14.000 Dollar Prämie. Über 1500 Meter war die viermalige Olympiasiegerin Fünfte geworden (2:03,70).

Erleichterte Friesinger


"Ich bin sehr erleichtert, dass ich schon wieder so weit bin", sagte Friesinger strahlend und widerlegte damit ihren Trainer Markus Eicher. Der hatte vorher gewarnt: "Anni ist noch nicht wieder ganz top. Einige Kilo zum optimalen Wettkampfgewicht fehlen ihr noch." Eine Magen-Darm-Grippe hatte die Inzellerin zu einer knapp einwöchigen Trainingspause gezwungen. Im 1500-Meter-Lauf verausgabte sie sich derart, dass sie anschließend kurzzeitig vom Arzt behandelt werden musste.

Dabei war Anni Friesinger sogar ein wenig ängstlich auf der Freiluft-Fläche an den Start gegangen. "Natürlich sind Erinnerungen an meinen Unfall von vor zwei Jahren noch da", so die 26-Jährige, die bei der EM 2001 im 500-Meter-Rennen schwer gestürzt war, Wochen später jedoch erstmals Allround-Weltmeisterin wurde.

Pechstein mit schweren Beinen unterwegs


Claudia Pechstein wirkte eine Woche nach ihrem Silber-Gewinn bei der Allround-WM müde, beschränkte sich aber offenbar auf die Verteidigung ihrer Führung im Gesamtweltcup vor der Kanadierin Clara Hughes. "Heute war es Claudia gleich, wie Anni lief", sagte ihr wegen einer Nebenhöhlenentzündung zu Hause in Berlin gebliebene Trainer Joachim Franke: "Sie hat sich ganz auf die Sicherung des Gesamtweltcups konzentriert."

Mit 400 Punkten führt Pechstein vor dem Weltcup-Finale in Heerenveen (8./9. März) vor den Kanadierinnen Clara Hughes (340) und Cindy Klassen (269). Allround-Weltmeisterin Klassen erzielte in 4:16,83 Minuten lediglich die drittbeste 3000-Meter-Zeit, Hughes (4:20,07) nur die fünftbeste. Siebte wurde in 4:20,65 die Erfurterin Daniela Anschütz. Friesinger, die zu Saisonbeginn zwei Stationen krankheitsbedingt ausgelassen hatte, verbesserte sich auf Rang neun. Im 1500-Meter-Weltcup steht der Gesamterfolg von Klassen (430) vor Pechstein (330) praktisch fest. Friesinger (220) ist Vierte.

Deutsche Herren auf den hinteren Rängen


Die deutschen Männer haben mit dem Ausgang der Gesamtweltcups nichts zu tun. Weltrekordler Jochem Uytdehaage führte über 5000 Meter in 6:39,93 Minuten das in Baselga siegreiche niederländische Trio an. Carl Verheijen, Dritter in 6:42,39, geht mit 390 Punkten als Führender vor dem mit 350 Zählern notierten Bob de Jong (2. in 6:41,82) ins Finale. Über 1500 Meter übernahm der siegreiche Russe Jewgeni Lalenkow mit jetzt 360 Punkten die Spitze vor Olympiasieger Derek Parra aus den USA (340). Beste Deutsche in Baselga waren der Chemnitzer Frank Dittrich (9. über 5000 Meter) und Jan Friesinger aus Inzell (15. über 1500 Meter).

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