Eisschnelllauf-WM: Friesinger führt, Wolf stürzt - DER SPIEGEL
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Eisschnelllauf-WM Friesinger führt, Wolf stürzt

Anni Friesinger hat gute Chancen, erstmals Sprint-Weltmeisterin zu werden. Zur Halbzeit der Titelkämpfe liegt die Eisschnellläuferin in Führung. Nicht so gut lief es hingegen für Jenny Wolf im norwegischen Hamar.
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Hamar – Im Gesamtklassement führt Friesinger deutlich vor der EM-Zweiten Ireen Wüst aus den Niederlanden und der Italienerin Chiara Simionato. Friesingers Erzrivalin Cindy Klassen aus Kanada ist Vierte. Friesinger war zum Auftakt über 500 Meter in 38,42 Sekunden Fünfte geworden. Für die 30-Jährige, die die kurze Distanz nicht besonders gerne läuft, war es trotz persönlicher Saisonbestleistung im 15. Rennen die erste Niederlage. Anschließend siegte Friesinger über 1000 Meter. Sie stellte mit 1:15,12 Minuten einen Bahnrekord auf und übernahm nach dem ersten Tag die Spitzenposition.

"Ich hatte einen Stolperer nach 80 Metern, das war knapp. Da hatte ich ganz schön Dusel", sagte Friesinger nach dem 500-Meter-Rennen, "Aber sonst bin ich mit der Zeit zufrieden, obwohl der Fehler zwei Zehntel gekostet hat. Der Start war insgesamt supergut."

Mit einem Sieg in Hamar können Friesinger und Klassen eine besondere Leistung vollbringen: Noch nie hat eine Eisschnellläuferin in ihrer Karriere die Titel bei den vier wichtigsten Wettbewerben (Olympische Spiele, Einzelstrecken-WM, Mehrkampf-WM und Sprint-WM) gewonnen. "Wenn sie das schafft, darf sie sich endgültig eine ganz Große nennen", sagte Friesingers Trainer Gianni Romme.

Die Entscheidung fällt am Sonntag nach je einem weiteren Rennen über 500 und 1000 Meter. Friesinger dürfte es packen: Die 30-Jährige ist derzeit in guter Form, zudem fehlen bei der WM etliche Spitzenkräfte. Die russische Titelverteidigerin Swetlana Schurowa und die Vorjahreszweite Wang Manli aus China sind verletzt. Die Weltcup-Führende Lee Sang-Hwa (Südkorea) zieht einen Start bei der Universiade in Turin vor.

Keine Titelchancen mehr in der wegen ihrer einem Bootsrumpf nachempfundenen Dachkonstruktion "Vikingskipet" (Wikingerschiff) genannten Olympia-Halle von 1994 hat Jenny Wolf. Die Deutsche, die nach ihrem Sieg über 500 Meter in neuer Bahnrekordzeit (37,88 Sekunden) noch geführt hatte, stürzte über 1000 Meter. Pamela Zoellner und Judith Hesse liegen im Zwischenklassement auf Rang 17 beziehungsweise 19.

ach/sid/dpa