Friesinger-Interview "Der Anzug hat ganz schön gespannt"
Frage:
Frau Friesinger, Sie sind mit Platz vier auf den 3000 Metern hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wie groß ist die Enttäuschung?
Friesinger: Natürlich ist es schade, dass es nicht geklappt hat, eine Medaille ist schöner als ein vierter Platz. Aber ich bin Profi und kann damit umgehen. Was mich tröstet, ist, dass ich in vielen Dingen bestätigt wurde. Olympia hat seine eigenen Gesetze, und ich wusste, dass es schwer werden würde.
Frage: Woran hat es gelegen, dass es nicht bis auf das Treppchen gereicht hat?
Friesinger: Die Lunge hat geschmerzt und die Beine taten weh. Es war extrem warm in der Halle, da hat der Anzug ganz schön gespannt. Aber daran lag es definitiv nicht. Die Mädchen vorne haben es sich einfach verdient.
Frage: Wird der Druck nach dem verpatzten Auftakt nun nicht sehr groß?
Friesinger: Ich habe keinen Druck. Mein Ziel ist eine Goldmedaille, und das ist immer noch drin. Wenn ich jetzt verspanne, werde ich auch nicht schneller. In Salt Lake City lief es am Anfang noch schlechter. Meine Familie und mein Freund sind hier, die werden mich schon wieder aufbauen. Es gibt noch genügend Medaillenchancen. Positiv ist auch, dass uns die Holländerinnen im Team-Wettbewerb ein wenig aus der Favoritenrolle gedrängt haben.
Aufgezeichnet von Jörg Mebus, sid