Interview mit Martin Schmitt "Es wird weh tun"
Herr Schmitt, am Freitag beginnt die neue Weltcupsaison, und Sie sind nicht dabei. Wie gehen Sie mit der Situation um?
Martin Schmitt: Ich werde es mir im Fernsehen anschauen, und es wird weh tun. Irgendwie ist es ganz seltsam. Mir ist derzeit überhaupt nicht nach Winter zumute. Ich fühle mich gar nicht wie Ende November. Aber jammern bringt nichts. Ich muss zusehen, dass ich bald wieder mitmischen kann.
Wie steht es um Ihr operiertes Knie?
Schmitt: Das Knie zwickt mal hier und mal da. Nach so einer Verletzung ist man besonders sensibilisiert, reagiert auf jeden Reiz und denkt immer: Was ist denn jetzt schon wieder los? Aber in den letzten Wochen habe ich große Fortschritte gemacht. Das Training im Rehazentrum läuft gut. Ich habe keine gesundheitlichen Probleme. Jetzt muss ich meine muskulären Defizite abzubauen.
Glauben Sie an Ihr Comeback am 14. Dezember in Titisee-Neustadt, wenn Sie erst kommende Woche wieder ins Trainig einsteigen?
Schmitt: Das könnte eng werden. Natürlich will ich als Schwarzwälder unbedingt in Titisee-Neustadt antreten. Ich muss aber meine Ungeduld bremsen. Ich hatte noch nie so eine Operation, und ich weiß nicht, wie schnell ich den Anschluss wieder schaffe. Auf alle Fälle werde ich nicht die Weltcups zum Training nutzen. Mein
erstes Saisonziel ist die Vierschanzentournee.
Die haben Sie noch nie gewonnen.
Schmitt: An den Gewinn der Vierschanzentournee verschwende ich derzeit keine Gedanken. Ich muss erst mal sehen, wie schnell ich meine Form wieder finde. Mir fehlt praktisch die komplette Vorbereitung. Schließlich will ich im Weltcup nicht nur antreten, sondern um den Sieg mitspringen.
Vierschanzentournee, Gesamtweltcup, WM - der nacholympische Winter hat viele Höhepunkte. Was für Ziele haben Sie sich gesetzt?
Schmitt: Bei der Tournee will ich wenigstens wieder unter die besten Zehn springen. Der Sieg im Gesamtweltcup ist derzeit überhaupt kein Thema, aber zur WM will ich natürlich in Topform antreten. Ich greife in diesem Winter aus der zweiten Reihe an.
Aufgezeichnet von Peter Stracke, sid