Nach Unfall Bobtrainer Bethge geht es besser
Turin - "Er hat einen guten Eindruck gemacht, es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Wir haben uns in einem Gespräch sogar schon über sportliche Details verständigt", sagte Sportdirektor Stefan Krauß dem sid und lobte die medizinische Versorgung in der Olympiastadt Turin. Bethge wurde vom Turiner San Giovanni Hospital in die Unfallklinik nach Murnau transportiert wo er am Freitag abermals an den Beinen operiert werden soll.
Zusammen mit dem Präsidenten des Bobsport-Weltverbandes, und weiteren Fachleuten hatte Krauß abermals versucht, den Hergang des Unfalls zu klären. "Es ist kein konkretes Fehlverhalten von einer Seite nachzuweisen", erklärte Krauß.
Bethge war am Mittwochmorgen im olympischen Eiskanal von Cesana von einem australischen Bob angefahren worden. Der 58-Jährige erlitt bei dem Zusammenstoß einen offenen Unterschenkelbruch im rechten sowie eine Sprunggelenkfraktur im linken Bein und musste am Abend rund drei Stunden operiert werden.
Die italienische Justiz hat sich noch nicht eingeschaltet. Dies bestätigte Daniele Bessone, Sprecher des Organisations-Komitees Toroc. In einer anderen TOROC-Erklärung wurde darauf verwiesen, dass am Unfalltag der auf einer Teamleitersitzung vereinbarte Zeitplan eingehalten wurde. Demnach hätte zum Unfallzeitpunkt kurz nach 9 Uhr niemand in der Bahn sein dürfen. Krauß hatte dagegen von Verzögerungen wegen Schneefalls und längerer Bahnpräparierung gesprochen.
Zudem gab es Debatten um eine Lautsprecherdurchsage zum Freimachen der Bahn, die von verschiedenen Personen nicht gehört wurde. Meinhard Nehmer, der zu Bethges Trainerstab gehört, sprach davon, dass ein Lautsprecher ausgefallen sei. Bethges Job als Teamchef übernahm bis Samstag in Cesana Damen-Bundestrainer Wolfgang Hoppe. In der kommenden Woche will Krauß über die Verteilung der Aufgaben entscheiden. "Bei diesem Verletzungsbild ist klar, dass Raimund bis Olympia nicht voll einsatzfähig sein wird", kündigte der Sportdirektor an.