Olympia kompakt Eisschnelllaufdamen im Halbfinale
Turin - Die deutschen Eisschnellläuferinnen haben bei der olympischen Premiere des Team-Wettbewerbs souverän das Halbfinale erreicht. Anni Friesinger, Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms besiegten im Viertelfinale die Niederlande mit einem Vorsprung von mehr als zwei Sekunden und treffen nun am Donnerstag (ab 17 Uhr) auf Russland. Den zweiten Finalisten ermitteln Japan und Kanada. "Die Niederlande waren mein Wunschgegner", sagte Anni Friesinger: "Wir wollten uns unbedingt für die Pleite im 3000-Meter-Rennen revanchieren, und das ist uns auch super gelungen."
Dagegen haben die deutschen Eisschnelllauf-Männer ihr erklärtes Ziel Halbfinale knapp verpasst. Jörg Dallmann, Stefan Heythausen und Tobias Schneider verloren ihr Viertelfinale gegen Norwegen. Auch das US-Team ist überraschend im Viertelfinale an Gastgeber Italien gescheitert. Damit hat Chad Hedrick keine Chance mehr, die angestrebten fünf Goldmedaillen in Turin zu gewinnen. Die beiden Halbfinals bei den Männern bestreiten Italien und die Niederlande sowie Norwegen und Kanada.
Mit großem Kampf und einem überragenden Torwart Olaf Kölzig hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die NHL-Stars von Weltmeister Tschechien ins Schwitzen gebracht. Das Team von Bundestrainer Uwe Krupp bezog bei seinem Olympia-Auftakt in Turin zwar mit 1:4 (1:0, 0:2, 0:2) Toren die erwartete Niederlage gegen den Goldfavoriten - konnte aber überzeugen. Der Kölner Tino Boos brachte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) sogar in der 20. Minute in Führung, bevor Tomas Kaberle (22. Minute und 24.) für Tschechien die Führung herausschoss. Ausnahmespieler Jaromir Jagr (58.) und David Vyborny (60.), der ins leere deutsche Tor traf, sicherten den Sieg für Tschechien. In der 50. Minute vergab Milan Hejduk noch einen Penalty. Vorausgegangen war ein Foul von Christoph Schubert an Petr Cajanek. Am Donnerstag (20.05 Uhr) muss das DEB-Team gegen Olympiasieger Kanada antreten.
Richard Pound, Chef der Welt-Antidoping-Agentur Wada, hält es für erwägenswert, erhöhte Hämoglobinwerte im Blut künftig als Dopingfälle zu werten. "Vielleicht sollten wir sie nicht mehr als reine Gesundheitsfrage betrachten", sagte der Kanadier im ZDF. Pounds Erklärung stellt den Welt-Antidoping-Code auf den Kopf. Dieser sieht vor, dass nur der Nachweis unerlaubter Substanzen zu ahnden ist. Erhöhte Hämoglobinwerte können dagegen auch natürliche Ursachen haben. Ihre Wertung als Dopingfall würde vor keinem Gericht Bestand haben. Der Wada-Chef widersprach sich allerdings auch selbst, indem er darauf hinwies, dass Hinweise aus den Bluttests durch Urintests bestätigt werden müssten, um den Dopingverdacht bestätigen zu können.
sge/sid