Ski alpin Sensationssieg von Max Rauffer
Gröden - Rauffer, 32, vom Ski-Klub Leitzachtal gewann heute völlig unerwartet die klassische Abfahrt auf der traditionsreichen "Saslong"-Strecke im Grödnertal. Er bescherte den deutschen Ski-Herren damit den ersten Weltcup-Triumph seit dem Erfolg von Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier vor fast 13 Jahren auf der "Kandahar"-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen.
Ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss an gleicher Stelle fuhr Rauffer mit der Startnummer 13 eine Zeit von 1:50,17 Minuten, die auch die Weltklasse-Läufer nicht mehr unterbieten konnten.
"Noch nicht klar, was hier passiert ist"
Aufgeregt stand Rauffer nach seiner tollen Fahrt vor der großen Sponsorentafel im schattigen Zielraum und verfolgte mit ungläubigem Blick, wie ein Konkurrent nach dem anderen an seiner Bestzeit scheiterte. "Mir ist immer noch nicht ganz klar, was hier passiert ist", gestand der Sensationssieger später und kratzte sich immer wieder den Kopf: "Ich habe gezeigt, dass ich schneller fahren kann als alle anderen. Mir ist ein Superlauf gelungen. Ich habe mich um die äußeren Bedingungen nicht gekümmert, sondern mich nur auf mein Rennen konzentriert."
Ausgerechnet auf jener Strecke, auf der er sich vor einem Jahr einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen hatte, feierte Rauffer den mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere. Bislang stand für den WM-Zehnten von 2001 ein dritter Platz im März 2000 im norwegischen Kvitfjell als bestes Weltcup-Resultat zu Buche. "Ich war auch letztes Jahr vor Gröden in super Form. Die Verletzung war ein ganz bitterer Moment für mich", erinnerte sich Rauffer an die schwerste Stunde seiner Karriere, als er sich einen Kreuzbandriss zuzog: "Ich habe mich im Training hier sehr schwer getan. Aber im Rennen war ich völlig relaxed."
Miller und Maier angeschlagen
Bis zuletzt mochte Rauffer an die Sensation nicht glauben. Gröden ist für späte Sieger bekannt, 1993 gewann der Liechtensteiner Markus Foser noch mit der Startnummer 66. Elf Jahre später aber änderte sich nichts mehr. Am Ende eines verrückten Rennens siegte Rauffer in 1:50,59 Minuten mit fünf Hundertstelsekunden Vorsprung vor dem Schweizer Jürg Grünenfelder (1:50,64), der zwei Nummer nach ihm ins Rennen gegangen war. Auf Platz drei landete ebenso überraschend der junge Österreicher Johann Grugger (1:50,72).
Die großen Favoriten gingen an diesem denkwürdigen Tag auf der "Saslong", die wegen heftiger Windböen im oberen Teil um rund 300 Meter verkürzt worden war, leer aus. Olympiasieger Fritz Strobl (Österreich) musste sich mit Platz vier begnügen, Vorjahressieger Antoine Deneriaz (Frankreich) mit Platz neun, Seriensieger Bode Miller (USA) kam nur auf Rang 14, und Hermann Maier landete nach einem schweren Fahrfehler sogar nur auf Rang 37. Forian Eckert (Lenggries) sammelte als 29. in 1:52,65 immerhin noch zwei Weltcup-Punkte.